Börsen-Bericht

Griechenland verschreckt Dax-Anleger

Die Hängepartie der Griechen löst Unsicherheit an der Börse aus. Anleger auch in Frankfurt halten sich zurück. Schlusslicht des Tages ist die Commerzbank-Aktie.

Die undurchsichtige politische Lage in Griechenland hat die Anleger an den europäischen Aktienmärkten am Freitag vorsichtig gestimmt. Der Dax notierte nahezu unverändert bei 6136 Zählern, der EuroStoxx50 legte um 0,5 Prozent zu. „Es sieht zwar so aus, als ob das umstrittene Referendum über das Rettungspaket für die Griechen nicht stattfindet“, sagte Koen De Leus, Stratege bei KBC Securities. „Es besteht aber immer noch die Möglichkeit, dass die griechische Regierung zusammenbricht, und das würde die Unsicherheit noch weiter erhöhen.“

Der schwer angeschlagene Ministerpräsident Giorgos Papandreou, der sich am Freitag einer Vertrauensabstimmung stellen will, signalisierte zuletzt seine Bereitschaft zum Rücktritt und forderte sofortige Gespräche mit der Opposition. Sein Ziel ist nun eine von einer großen Mehrheit getragene Parlamentszustimmung zu dem Rettungsprogramm, das vergangene Woche auf den EU-Gipfel ausgehandelt worden war.

Anfang der Woche hatte Papandreou die Märkte mit der Ankündigung schockiert, die Griechen in einer Volksabstimmung über das Maßnahmenpaket abstimmen zu lassen. Bei einem Nein der Griechen fürchteten Investoren eine ungeordnete Staatspleite des hoch verschulden Landes und ein Austritt aus der Währungsunion. Der Dax hat in der alten Woche bis Freitagmittag gut 3,5 Prozent verloren.

Commerzbank stürzt ab

Zum Wochenschluss ging es vor allem für die Aktien der Commerzbank bergab – sie verbilligten sich um bis zu 5,5 Prozent auf 1,66 Euro und bildeten damit das Dax-Schlusslicht. Das Finanzinstitut gibt nach einem Quartalsverlust von fast 700 Millionen Euro sein Gewinnziel für 2012 auf.

Vor allem die Abschreibungen europäischer Anleihen zogen die Commerzbank tief in die roten Zahlen. Allein Wertberichtigungen auf ihre griechischen Papiere kosteten sie weitere 798 Millionen Euro. „Das Q3-Ergebnis, der Ausblick und die Notprogramme zur Risikoreduzierung zeigten, wie anfällig die Commerzbank derzeit für Gefahren von außen ist“, schrieb Michael Rohr, Analyst bei Silvia Quandt Research, in einem Kommentar.

Die Deutsche Bank notierte mit 1,3 Prozent ähnlich wie die meisten europäischen Bankenwerte im Plus. Der entsprechende Branchenindex legte um 0,9 Prozent zu. „Hier hoffen die Investoren offensichtlich auf eine Stabilisierung der Lage in Griechenland“, sagte ein Händler.