US-Börsen

Bester Monat seit zehn Jahren an der Wall Street

Die Eurokrise drückt die Kurse an der Wall Street, trotzdem verzeichnen die US-Börsen in diesem Oktober die höchsten Kursgewinne in einem Monat seit 1991.

Der nachlassende Optimismus nach dem Euro-Gipfel zum Kampf gegen die Schuldenkrise hat am Montag für deutliche Kursverluste an den US-Aktienbörsen gesorgt. Trotz der Talfahrt beendete die Wall Street den Oktober aber mit den höchsten Kursgewinnen in einem Monat seit 1991.

Nach dem kräftigen Kurssprung in der vergangenen Woche nach dem EU-Gipfel zur Schuldenkrise gibt es wieder Zweifel an den Rettungsplänen der Währungsgemeinschaft. Die Zinsen für italienische und spanische Staatsanleihen zogen an. Bruce Bittles von Robert W. Baird & Co. sagte, bei der Umsetzung der Rettungsmaßnahmen blieben viele Fragen offen.

Zum Opfer der Schuldenkrise wurde das US-Brokerhaus MF Global , das sich mit Wetten auf Staatsanleihen verspekulierte und Gläubigerschutz beantragte. Die Aktie wurde vom Handel ausgesetzt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte sank um 2,3 Prozent auf 11.955 Punkte. Im Tagesverlauf pendelte er zwischen den Marken von 11.954 und 12.229. Der breiter gefasste S&P 500 gab um 2,5 Prozent auf 1253 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 1,9 Prozent auf 2684 Stellen. In Frankfurt ging der Dax mit einem Abschlag von 3,2 Prozent mit 6141 Punkten aus dem Handel.

Dow legte im Oktober um über 9 Prozent zu

Trotz der neuen Sorgen verzeichnete die Wall Street im Oktober eine Hausse wie zuletzt vor 20 Jahren. Der Dow legte um 9,5 Prozent, der S&P um 10,8 Prozent und die Nasdaq um 11,1 Prozent zu.

Viele Analysten gehen davon aus, dass es zu weiteren Gewinnen an den Aktienbörsen kommt, weil die akute Gefahr in Europa zunächst gebannt sei und sich Investoren auf Wirtschaftsdaten aus den USA oder China konzentrieren könnten, die stärker als erwartet ausgefallen seien.

Zu den Abschlägen am Montag trugen die Gewinne des Dollars im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen bei. Sie verteuern Rohstoffe außerhalb der USA, was auf die Nachfrage drückt. So verbilligte sich Kupfer um mehr als zwei Prozent.

Bankaktien verzeichneten Verluste

Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent ging um 0,7 Prozent zurück. Der S&P-Spezialindex für Rohstofftitel verbuchte ein Minus von 4,2 Prozent. Aktien des Aluminiumkonzerns Alcoa verbilligten sich um sieben Prozent. Auch Bankaktien verzeichneten deutliche Verluste. Der entsprechende Index der Investmentbank Keefe, Bruyette & Woods fiel um 4,1 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,14 Milliarden Aktien den Besitzer. 551 Werte legten zu, 2447 gaben nach, und 85 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,79 Milliarden Aktien 546 im Plus, 1997 im Minus und 86 unverändert.