Wall Street

Nach Kurssprung beenden US-Börsen Woche unspektakulär

Die wichtigste Nachricht gab es am Vortag nach dem Euro-Gipfel. Der Dow verzeichnete nur ein kleines Plus.

Die US-Börsen haben sich am Freitag uneinheitlich ins Wochenende verabschiedet. Die Euphorie an der Wall Street über die Beschlüsse des Euro-Gipfels ließ nach. Am Donnerstag waren die Märkte um rund drei Prozent gestiegen, nachdem sich die Euro-Staaten auf Schritte zur Lösung der Schuldenkrise geeinigt hatten.

„Die wichtigste Nachricht der Woche kam gestern und heute sehen wir die typische Kursreaktion darauf“, sagte Wayne Kaufman, Marktanalyst bei John Thomas Financial. „Vielleicht gibt es in der kommenden Woche eine Konsolidierung des Marktes. Aber danach wird eine nachhaltige Rally folgen.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 0,2 Prozent auf 12.231 Punkte zu. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 12.164 und 12.251 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 trat mit 1285 Zählern auf der Stelle.

Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte zuletzt 0,1 Prozent tiefer bei 2737 Stellen. Im Wochenvergleich rückte der Dow um 3,6 Prozent, der Nasdaq um 3,8 Prozent und der S&P um 3,7 Prozent vor. In Frankfurt ging der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 6346 Punkten aus dem Handel.

Whirlpool heftig unter Druck

Heftig unter Druck standen die Aktien von Whirlpool , die mehr als 14 Prozent einbrachen. Der weltgrößte Haushaltsgeräte-Hersteller hatte von einem Nachfragerückgang in Europa und den USA sowie gestiegenen Kosten berichtet und seine Jahresprognose eingedampft. Zur Senkung der Kosten sollen 5000 Stellen gestrichen werden.

Die Papiere von Chevron rückten um 0,6 Prozent vor. Der zweitgrößte US-Ölkonzern steigerte sein Ergebnis im Quartal deutlicher als erwartet.

Merck-Papiere legten 2,3 Prozent zu. Der Pharmakonzern erhöhte dank guter Geschäfte mit seinen Diabetes- und Asthma-Mitteln seinen Gewinn stärker als prognostiziert.

Auch bei Baidu ging es aufwärts, die Aktien verteuerten sich um 4,5 Prozent. Ein boomendes Werbegeschäft hat Chinas größtem Suchmaschinenbetreiber einen kräftigen Gewinnsprung beschert. Baidu zerstreute damit auch Bedenken, die schwächelnde Weltwirtschaft könne zu sinkenden Werbeausgaben der Unternehmen führen.

Strategieschwenk bei Hewlett-Packard gibt Auftrieb

Der erneute Strategieschwenk beim weltgrößten Computerhersteller Hewlett-Packard gab den Papieren Auftrieb. Der US-Konzern will seine PC-Sparte nun doch weder abspalten noch verkaufen. Die Entscheidung traf die neue Konzernchefin Meg Whitman. Sie soll HP nach dem Rauswurf des deutschen Konzernlenkers Leo Apotheker wieder auf Kurs bringen. HP-Aktien stiegen um 3,5 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,01 Milliarden Aktien den Besitzer. 1478 Werte legten zu, 1502 gaben nach und 104 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,83 Milliarden Aktien 1114 im Plus, 1406 im Minus und 109 unverändert.