Wall Street

Schäuble dämpft die Hoffnung an US-Börsen

Der EU-Gipfel kommende Woche soll Fortschritte bei der Lösung der Euro-Krise bringen. Die US-Börsen sind skeptisch, der Dax schloss 2.1 Prozent schwächer.

Zweifel an einem großen Befreiungsschlag in der Euro-Krise auf dem anstehenden EU-Gipfel haben der Wall Street am Montag herbe Verluste eingebrockt. Schon in Europa legten die Anleger nach einer freundlichen Eröffnung den Rückwärtsgang ein, nachdem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble einer „endgültigen Lösung“ der Krise beim Treffen am kommenden Sonntag eine Absage erteilt hatte.

Dies belastete vor allem Finanzwerte, die zusätzlich unter schwachen Zahlen des US-Instituts Wells Fargo litten. „Eine Zeitlang scheint es in Europa Fortschritte zu geben, und dann kommt diese Nachricht und facht erneut bei jedem die Furcht an“, sagte Chris Hobart von Hobart Financial Corp.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,1 Prozent schwächer bei 11.397 Punkten, der breiter gefasste S&P500 fiel 1,9 Prozent auf 1200 Zähler. Der Nasdaq-Composite verlor 2,0 Prozent auf 2614 Punkte. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax mit einem Minus von 1,8 Prozent bei 5859 Punkten aus dem Handel. „In den vergangenen Wochen hatten wir eine phänomenale Aufholjagd. Das Problem ist nur, dass sie auf tönernen Füßen steht“, sagte Hobart.

Belastend wirkte sich auch der Oktober-Konjunkturindex für das Verarbeitende Gewerbe im Bundesstaat New York aus, der schlechter als erwartet ausfiel. Der Anstieg der Industrieproduktion im September lag mit 0,2 Prozent im Rahmen der Erwartungen von Analysten.

Sorgen drückten Titel der Citigroup

Die Furcht vor einer Ausweitung der Schuldenkrise bekamen vor allem Finanzwerte zu spüren: Der KBW Bankenindex büßte 3,9 Prozent ein. Die Sorgen über die Euro-Zone drückten selbst die Titel der Citigroup um fast zwei Prozent ins Minus, obwohl die Bank mit ihrem Nettogewinn im Quartal die Analystenschätzungen übertraf.

Die Aktien von Wells Fargo fielen nach einer enttäuschenden Bilanz sogar um mehr als acht Prozent. Auch die Titel des Ölfeld-Ausrüsters Halliburton konnten nicht von der Vorlage der Quartalsergebnisse profitieren und rutschten ebanfalls um acht Prozent ab.

Einer der wenigen Lichtblicke am Markt war die Fusion zweier Gas-Pipeline-Betreiber: Kinder Morgan will für 21 Milliarden Dollar den Rivalen El Paso kaufen und zahlt dabei einen Kursaufschlag von 37 Prozent. Die Titel von El Paso stiegen um rund 25 Prozent, die von Kinder Morgan um knapp fünf Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,9 Milliarden Aktien den Besitzer. 573 Werte legten zu, 2433 gaben nach und 74 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,71 Milliarden Aktien 447 im Plus, 2064 im Minus und 112 unverändert.