Wall-Street

Hilfen aus Europa stimmen US-Börsen optimistisch

Die Aussicht auf Unterstützung der Banken durch die EZB hat den Dow im Plus schließen lassen. Die Apple-Aktie verlor nach dem Tod von Gründer Steve Jobs.

Die Aussicht auf Hilfen für den unter Druck geratenen Finanzsektor haben US-Börsianer am Donnerstag optimistisch gestimmt. Die angekündigten Milliardenhilfen der Europäischen Zentralbank (EZB) für Geldhäuser und der Vorstoß der EU-Kommission für Finanzspritzen an die Banken schürten Hoffnungen auf eine Stabilisierung der angeschlagenen Branche.

Die wichtigen Indizes gewannen den dritten Tag in Folge. Der Tod des Apple-Visionärs Steve Jobs belastete den Kurs des Unternehmens leicht: Nach anfänglichen Aufschlägen drehte die Aktie ins Minus und notierte 0,2 Prozent schwächer.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Plus um 1,7 Prozent bei 11.123 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte der Index zwischen 10.858 und 11.132 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei

1164 Punkten, ein Plus von 1,8 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,9 Prozent und ging mit 2506 Punkten aus dem Handel. In Deutschland schloss der Dax mit einem Plus von 3,2 Prozent bei 5645 Punkten.

Nicht nur Nachrichten, sondern auch Stimmungslagen

„Der Markt ist derzeit sehr launisch, besonders weil die Händler nach den beiden unruhigen Tagen erschöpft sind“, sagte Michael Mullaney von Fiduciary Trust aus Boston. „Wir handeln nicht nur nach Nachrichten-, sondern auch nach Stimmungslage.“

Bei den Einzelwerten profitierte vor allem die Finanzbranche davon, dass die EU-Kommission einen Vorschlag für koordinierte Bankenhilfen vorlegen will. Die in den USA gelisteten Aktien der britischen Bank HSBC legten 4,7 Prozent zu, Barclays -Papiere 7,6 Prozent.

„Wir sind entschlossen, alles zu tun, um sicherzustellen, dass die europäischen Banken ihre wichtige Rolle als Kreditgeber von Bürgern und Unternehmen spielen können“, sagte Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso in Brüssel. Das half auch Morgan Stanley , deren Kurs 4,8 Prozent dazugewann. Bedenken wegen des europäischen Engagements der Bank hatten den Wert zuletzt deutlich belastet.

Auch das 40 Milliarden Euro schwere Ankaufprogramm für Pfandbriefe und andere gedeckte Anleihen, welches EZB-Chef Jean-Claude Trichet am Donnerstag nach seiner letzten großen Ratssitzung in Berlin ankündigte, ließ Händler auf eine Entspannung auf dem Geldmarkt hoffen.

EZB bremste die Euphorie

Die Entscheidung der EZB gegen eine Zinssenkung hielt die Börsen jedoch von allzu großer Euphorie ab. „Die Märkte machen sich mehr Sorgen wegen einer Rezession als wegen einer Inflation“, sagte Bruce Bittles von Robert W. Baird in Nashville. „Das Fest wäre größer ausgefallen, wenn die Zinsen gesenkt worden wären.“

Der Handel mit Technologiewerten wurde von Übernahmespekulationen beflügelt. Microsoft könnte einen zweiten Anlauf nehmen und doch noch Yahoo übernehmen, sagten Branchenvertreter Reuters. Microsoft-Papiere verteuerten sich um 1,7 Prozent, Yahoo-Aktien gaben um 1,7 Prozent nach. Auch der Blackberry-Hersteller RIM gilt weiter als Übernahmeziel. Das Papier wurde mit Aufschlägen von 3,5 Prozent gehandelt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,11 Milliarden Aktien den Besitzer. 2573 Werte legten zu, 460 gaben nach und 49 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,26 Milliarden Aktien 1914 im Plus, 587 im Minus und 114 unverändert