Schuldenkrise

Unsicherheit vor Euro-Gipfel belastet Asiens Börsen

Investoren in Asien habe Angst davor, dass die Europäer keine Lösung in der Schuldenkrise finden. Der Nikkei in Tokio gibt spürbar nach.

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Schwindende Erwartungen an den Euro-Gipfel zur Schuldenkrise haben die Stimmung an der Tokioter Börse am Mittwoch getrübt. Die Anleger fürchteten, dass auch dieses Spitzentreffen nicht die erhoffte umfassende Lösung hervorbringen wird.

Daneben lastete weiter der starke Yen und die Furcht vor seinen Folgen für das Auslandsgeschäft der exportlastigen heimischen Wirtschaft auf dem Markt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor im asiatischen Vormittagshandel 0,6 Prozent auf 8705 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab 0,7 Prozent auf 742 Zähler nach.

Auch andere asiatische Leitbörsen gaben nach. Der südkoreanische Kospi-Index verlor 0,5 Prozent und stand bei 1.880,48 Zählern. Der Hang-Seng-Index in Hongkong notierte nach einem Verlust von 0,8 Prozent bei 18.822,12 Punkten.

Zuvor hatte auch die Wall Street aus Sorge über mögliche Unstimmigkeiten zwischen den Euroländern bezüglich des Vorgehens gegen die Schuldenkrise mit einem dicken Minus von 1,7 Prozent geschlossen.

Zudem wird die japanischen Notenbank bei ihrer Sitzung am Donnerstag angesichts der Unsicherheit über die Euro-Schuldenkrise und wegen des anhaltenden Höhenflugs des Yen dem Vernehmen nach wohl über eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik beraten. Dabei dürfte es dann um eine abermalige Aufstockung des Aufkaufprogramms von Wertpapieren gehen.

Ein Lichtblick am Markt war der Elektrokonzern Hitachi. Der Elektroriese hob seine Prognose für den operativen Gewinn im ersten Geschäftshalbjahr um 70 Prozent an. Die Aktie kletterte um mehr als vier Prozent. Kräftig abwärts ging es dagegen wieder mit dem Kamera-Hersteller Olympus.

Die Papiere verbilligten sich um mehr als acht Prozent. Olympus macht ein Eklat in der Unternehmensführung zu schaffen, der zu der Ablösung von Vorstandschef Michael Woodford führte. Der Konzern hatte ungewöhnlich hohe Zahlungen an Berater im Zusammenhang mit einem Zukauf eingeräumt.

Der Euro blieb vor dem EU-Gipfel zur Schuldenkrise im frühen Handel in Fernost unter Druck. Er pendelte um die Marke von 1,39 Dollar, nachdem er am Dienstag noch auf ein Sechs-Wochen-Hoch von 1,3959 Dollar geklettert war. Die Anleger stellten sich Händlern zufolge bereits auf ein enttäuschendes Ergebnis des Gipfels ein.

Der Dollar berappelte sich zur japanischen Währung wieder leicht auf 76,13 Yen, nachdem er zuvor auf ein neues Rekordtief von 75,73 Yen gefallen war. Der Schweizer Franken notierte kaum verändert bei 0,8786 Franken je Dollar und bei 1,2215 Franken je Euro.