Börsen-Bericht

Deutscher Aktienmarkt auf Achterbahnfahrt

Die drohende Abstufung der Bonität Frankreichs verunsichert die Anleger. Die starke Autoindustrie hilft dem Index wieder auf die Beine.

Der Warnschuss der Ratingagentur Moody's an die Adresse Frankreichs, enttäuschende US-Unternehmensergebnisse und eine moderate Konjunkturabkühlung in China schickten den Dax am Dienstag auf Berg- und Talfahrt. Zunächst im Minus, schaffte es der Leitindex kurzzeitig bis auf 5907 Punkte und notierte zum Handelsschluss schließlich mit 5877 Zählern 0,3 Prozent über seinem Vortagesstand. Der MDax der mittelgroßen Werte stieg derweil um ein Prozent auf 8973 Punkte, der TecDax büßte 0,5 Prozent auf 677 Punkte ein.

Die ZEW-Konjunkturerwartungen hatten sich im Oktober stärker eingetrübt als erwartet. Zudem hatte sich in China das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal abgeschwächt. Das Bruttoinlandsprodukt war dort um 9,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen, das war das niedrigste Wachstum seit dem Jahr 2009. Dieser Wert sei jedoch immer noch recht hoch und biete deutschen Exporteuren weiterhin gute Chancen in dem riesigen Land.

Angesichts des volatilen Verlaufs am Aktienmarkt legten deutsche Staatstitel deutlich zu. Der Bund-Future kletterte um 68 Ticks auf 135,53 Zähler. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel im Gegenzug auf 2,013 Prozent. Der Euro kostete zuletzt 1,3717 Dollar nach 1,3733 Dollar im frühen Geschäft.

Klar besser als der Markt zeigten sich mit einem Aufschlag von 2,1 Prozent die Titel von K+S. Marktteilnehmer verwiesen auf neuerliche Gerüchte über den Verkauf des Nitrogen-Geschäfts. Gemieden wurden dagegen einige konjunktursensible Stahl- und Automobilwerte. So gaben Daimler 0,2 Prozent ab. Börsianer verwiesen auf die überraschende Ablösung des Chefs der US-Vertriebsgesellschaft von Mercedes-Benz.

Vorzugsaktien von Volkswagen stiegen dagegen als einer der besten Dax-Werte um 1,7 Prozent. Hier stützte die Nachricht, dass Deutschland im September der einzige große Markt in Europa gewesen war, der eine steigende Nachfrage hatte verbuchen können. Für ThyssenKrupp ging es um ein Prozent nach unten.

Hier hatten sich mehrere Analysten zu einer Investorenveranstaltung in Brasilien geäußert. Da die Fortschritte beim Produktionsanlauf und damit auch die Verringerung der Verluste bei Steel Americas wegen der trüben Konjunktur an Dynamik verlören, habe er die kurzfristigen Ergebnisprognosen für diese Sparte reduziert, schrieb etwa Analyst Ralf Dörper von der WestLB. Im TecDax sprangen Q-Cells um 5,1 Prozent an. Sie profitierten von einem Auftrag zum Bau zweier Solarkraftwerke in Kalifornien. Kunde ist der US-amerikanische Energieversorger Pacific Gas and Electric.