Börsen-Bericht

Märkte trotzen Drohungen der Ratingagenturen

Die drohende Abstufung etlicher europäischer Banken lässt die Anleger unbeeindruckt. Der deutsche Leitindex beendet die Börsenwoche im Plus.

Der deutsche Aktienmarkt hat die Woche mit Gewinnen beendet. Allerdings konnte der DAX am Freitag die Marke von 6.000 Punkten nicht halten. Der Leitindex ging mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 5.967 Zählern aus dem Handel. Der MDAX legte 1,4 Prozent auf 9.027 Punkte zu, der TecDAX schloss um 2,2 Prozent fester bei 692 Zählern.

Die gute Stimmung wurde auch von der Herabstufung der spanischen Bonität durch die Ratingagentur Standard & Poor's sowie der zahlreichen gesenkten Ausblicke für europäische Banken durch Fitch nicht getrübt. „Das war schon länger angedroht und von Analysten erwartet worden“, sagte ein Analyst. Der geringere Inflationsanstieg in China gefalle den Anlegern dagegen. Er nehme den Druck von der Notenbank, weitere restriktive Maßnahmen im Zins- oder Kreditbereich zu ergreifen.

Zudem wirkten gute Daten über die Einzelhandelsumsätze aus den USA stimulierend. Entsprechend freundlich waren auch die Vorgaben von der Wall Street. In New York notierte der Dow-Jones-Index bis zum Abend (MESZ) 0,6 Prozent fester bei 11.550 Punkten. Der Nasdaq legte 0,8 Prozent auf 2.640 Zähler zu.

Auch der Euro profitierte zum Wochenausklang. Neben den guten Nachrichten aus den USA half der Gemeinschaftswährung das gewonnene Vertrauensvotum des italienischen Premiers Silvio Berlusconi. Der Euro schaffte so den Sprung über die Marke von 1,38 Dollar und notierte am Abend bei 1,3863 Dollar. Im Tagesverlauf hatte die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Referenzkurs bei 1,3807 Dollar festgelegt.

Commerzbank ist Tagesverlierer

Tagessieger im DAX war zu Wochenschluss der Nutzfahrzeughersteller MAN, der von der Einigung im Schmiergeldprozess um die ehemalige Tochter Ferrostaal profitierte. Die Aktie gewann 3,4 Prozent auf 60,64 Euro. Ebenfalls klar im Plus schlossen Anteile des Baustoffkonzerns HeidelbergCement. Sie verteuerten sich um 3,3 Prozent auf 30,26 Euro. Der Autokonzern BMW nutzte die Vorstellung der neuen Generation seines Mittelklassemodells 3er für einen klaren Kurssprung: Die Papiere legten drei Prozent auf 56,44 Euro zu.

Das Ende der Liste markierten dagegen Titel der Commerzbank, die um 4,9 Prozent auf 1,67 Euro einbrachen. Ebenfalls unter Druck gerieten Infineon nach enttäuschenden vorläufigen Quartalszahlen. Die Aktie verlor 4,1 Prozent auf 6,09 Euro.

Im weitgehend freundlichen Nebenwerte-Index MDAX setzten sich die Papiere des Bezahlfernsehsenders Sky klar an die Spitze. Sie verbuchten einen Gewinn von 7,7 Prozent auf 2,13 Euro. Verkauft wurden dagegen Anteile des Sportartikelherstellers Puma, die sich um zwei Prozent auf 226,60 Euro verbilligten.

Im TecDAX dominierte die Solarworld-Aktie mit einem Gewinn von 11,2 Prozent auf 3,44 Euro. Unter Druck stand dagegen der Solarkonzern Q-Cells, dessen Aktie 1,1 Prozent abgab und bei 53 Cent schloss.