Milliardenbetrüger im Knast

Schwiegertochter wird speiübel von Madoffs Prahlerei

Bernard Madoff fühlt sich im Gefängnis wie ein "Mafiaboss". Der Milliardenbetrüger schrieb an die Frau seines toten Sohnes einen zynischen Brief.

Foto: dapd

Eine Gefängnisstrafe von 150 Jahren könnte bei dem einen oder anderen Menschen doch irgendwie depressive Gefühle auslösen – aber nicht bei Milliardenbetrüger Bernard Madoff . Der Mann, der jahrzehntelang das Geld seiner prominenten Anleger überhaupt nicht anlegte , scheint sein neues Leben hinter Gittern zu genießen.

Das Gefängnis in North Carolina, in dem er seine Haftstrafe absitzt, erinnere ihn eher an einen Universitätscampus, er selbst werde mit ebenso viel Respekt behandelt wie ein „Mafiaboss“, schrieb Madoff an seine Schwiegertochter Stéphanie Mack.

In seinem Brief, den jetzt der US-Sender ABC veröffentlichte, plaudert der Ex-Banker munter aus dem Gefängnisalltag: „Wie Du (gemeint ist die Schwiegertochter) Dir denken kannst, bin ich hier ein ziemlicher Promi. Wo immer ich hingehe, ruft man mir Worte der Ermutigung zu – es ist wirklich süß, wie besorgt jeder um mein Wohlbefinden ist, selbst die Wachen.“ Seine schönen Erlebnisse haben sich offensichtlich herumgesprochen. Raj Rajaratnam, ein betrügerischer Fondsmanager, der gerade zu elf Jahren Haft verurteilt worden ist, möchte unbedingt auch in das Gefängnis in North Carolina eingeliefert werden.

Die beiden können dann bei einer schönen Gefängnissuppe in alten Erinnerungen schwelgen. Gar nicht gut allerdings ist die Schwiegertochter auf Madoff zu sprechen. Ihr Mann Mark Madoff, der in der Firma seines Vaters gearbeitet hatte, aber angeblich nichts von dessen Betrügereien wusste, hatte sich im Dezember vergangenen Jahres das Leben genommen.

Stéphanie Mack (den Namen Madoff hat sie inzwischen abgelegt) sagte im Gespräch mit ABC, nach dem Brief sei ihr „speiübel“ geworden. Madoff muss allerdings aufpassen, dass nicht eines Tages einer seiner ehemaligen Anleger in die Haftanstalt verlegt wird. Denn jeder, der einst Geld zu Madoff brachte, bekommt nur noch 4,6 Cent pro Dollar zurück. Da könnte es dann mit der gemütlichen Stimmung im Knast ganz schnell zu Ende sein.