Börsen-Bericht

Aussicht auf Ende der Euro-Krise beflügelt den Dax

Nach dem Treffen von Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Sarkozy hoffen die Börsianer auf ein Ende der Krise. Der Dax steigt über 5800 Punkte.

Die Hoffnung auf ein konsequentes Handeln der Politik in der Euro-Schuldenkrise hat zum Wochenauftakt für deutliche Kursgewinne am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Der Dax knackte im späten Handel erstmals seit Ende August wieder die Marke von 5800 Punkten und stieg am Ende um 3,02 Prozent auf 5847,29 Punkte.

Damit machte er seit dem Handelsschluss am vergangenen Dienstag insgesamt rund zwölf Prozent gut. Für den MDax ging es am Montag um 2,70 Prozent auf 8678,88 Punkte nach oben, der TecDax legte um 1,77 Prozent auf 672,05 Euro zu.

Die Börsen profitierten vom Optimismus nach dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy am Wochenende – auch wenn praktisch keine Details zur Ausgestaltung der Bankenhilfen bekannt geworden seien, sagte Händlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets.

Entschlossenheit der Politik gefordert

Merkel hatte nach dem Treffen zugesichert, dass alles Nötige getan werde, um die Rekapitalisierung der Banken sicherzustellen. Auch Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank sprach von einer neuen Zuversicht mit Blick auf eine Lösung der Schuldenkrise: „Die Hoffnung ist groß, dass nun Nägel mit Köpfen gemacht werden.“ Auch das schnelle Handeln der Politik bei der Rettung des belgisch-französische Finanzkonzerns Dexia nähre die Hoffnung, dass nun Entschlossenheit Einzug halte.

Die zuletzt stark bewegten Bankenwerte zeigten sich angesichts dieser Gemengelage europaweit deutlich im Plus. Die Aktien des deutschen Branchenprimus Deutsche Bank stiegen um knapp drei Prozent, die der Commerzbank sogar um 3,82 Prozent.

Gefragt waren auch die Aktien von Adidas, die um 3,65 Prozent auf 49,265 Euro zulegten. Börsianer verwiesen auf Aussagen des Sportartikelherstellers auf einem Investorentag in Moskau. Bis 2015 soll der Umsatz in Russland und den anderen GUS-Staaten im Schnitt jährlich um mindestens zehn Prozent wachsen.

Ankurbeln soll das Geschäft unter anderem die Fußball-Europameisterschaft im kommenden Jahr, die in Polen sowie dem GUS-Staat Ukraine stattfindet. Die Vorzugsaktien von Volkswagen verteuerten sich um mehr als viereinhalb Prozent nach positiven Absatzzahlen von Audi.

Metro-Titel brachen dagegen als Dax-Schlusslicht um 3,20 Prozent auf 32,715 Euro ein. Der Chef des größten deutschen Handelskonzerns, Eckhard Cordes, gibt nach einem wochenlangen Machtkampf nun doch seinen Posten auf.

Metro-Titel brechen nach Cordes-Abgang ein

Börsianer sprachen von der üblichen Unsicherheit nach dem Abgang eines Vorstandes wegen eines drohenden Machtvakuums. Die US-Bank Goldman Sachs schrieb in einer Studie, die Unklarheit über die Nachfolge und einen möglichen Strategiewechsel könnte die Aktie des Einzelhandelskonzerns in den kommenden Monaten belasten.

Unterdurchschnittlich schlugen sich auch MAN-Aktien, sie gewannen lediglich 1,30 Prozent. Zuvor hatte die schwedische VW-Tochter Scania bekanntgegeben, wegen einer nachlassenden Nachfrage die Produktion in Europa zu drosseln. Im MDax verloren die Douglas-Aktien nach Zahlen gegen den Trend 1,56 Prozent auf 28,940 Euro. Der Handelskonzern hatte wegen Problemen im Buchgeschäft und auf einigen Auslandsmärkten im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Umsatz nur leicht gesteigert.

Der EuroStoxx 50 stieg um 2,27 Prozent auf 2320,80 Punkte, auch für die Leitindizes in London und Paris ging es kräftig nach oben. Der Dow Jones in New York lag zum europäischen Handelsschluss mit mehr als zwei Prozent im Plus. Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,83 (Freitag: 1,76) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,55 Prozent auf 128,95 Punkte.

Der Bund Future verlor 0,64 Prozent auf 134,55 Punkte. Der Kurs des Euro stieg, zuletzt lag die Gemeinschaftswährung bei 1,3671 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,3593 (1,3434) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7357 (0,7444) Euro.