Börsen-Bericht

Angst vor Scheitern der Euro-Rettung belastet Dax

Ein mögliches Nein zum erweiterten Euro-Rettungsschirm der Slowaken verunsichert die Anleger. Der deutsche Leitindex verliert erneut.

Sorgen um ein mögliches Nein der Slowakei zur Erweiterung des Euro-Rettungsschirms EFSF haben den Dax am Dienstag belastet. Der Leitindex verlor in den ersten Minuten 0,6 Prozent auf 5809 Zähler.

Die Vertreter der vier slowakischen Regierungsparteien haben bisher keine Einigung über die Reform des EFSF erzielt. Das Parlament soll noch im Tagesverlauf über den Rettungsschirm abstimmen. „Wenn die Erweiterung des EFSF nun an der Slowakei scheitert, wäre das natürlich mehr als bitter“, sagte ein Händler. Der Rettungsschirm kann nur in Kraft treten, wenn er von allen 17 Euro-Staaten angenommen wird.

Größter Verlierer im Dax waren die Aktien der Lufthansa , die sich um 2,6 Prozent auf 9,73 Euro verbilligten. Händlern zufolge haben die Analysten von Bofa/Merrill Lynch die Papiere auf „Underperform“ von „Buy„ heruntergestuft und das Kursziel auf 6,40 von 14 Euro gesenkt.

Nach einem feiertagsbedingt verlängerten Wochenende notierte der Nikkei-Index für 225 führende Werte zum Handelsende einen deutlichen Aufschlag von 168,06 Punkten oder 1,95 Prozent beim Stand von 8773,68 Punkten. Der breit gefasste Topix legte um 13,45 Punkte oder 1,81 Prozent auf den Stand von 755,00 Zählern zu.

Der Dollar wurde am Nachmittag wenig verändert mit 76,68-69 Yen gehandelt nach 76,64-65 Yen am späten Freitag. Der Euro notierte zum Yen fester mit 104,59-61 Yen nach 103,05-06 Yen am späten Freitag. Zum Dollar lag er bei 1,3639-41 Dollar nach 1,3446-47 Dollar. Am Montag hatten Japans Märkte wegen eines Feiertags geschlossen.

Japanische Notenbank malt auf lange Sicht düsteres Bild

Das weltweite Wirtschaftswachstum steht nach Einschätzung der japanischen Notenbank langfristig auf wackeligen Beinen. Vorerst werde die Konjunktur vor allem dank der Schwellenländer an Kraft gewinnen, erklärte die Notenbank am Dienstag in ihrem Monatsbericht.

Die Produktion in Japan werde auch im vierten Quartal zulegen, allerdings langsamer als noch von Juli bis September. Doch die fernere Zukunft sei sehr ungewiss. Besorgt äußerte sich die Notenbank über die Aussichten für die Exportwirtschaft des Landes.

Die abflauende Konjunktur in anderen Ländern beginne sich bei einigen Unternehmen in der Auftragslage niederzuschlagen. Vor allem die Elektronikbranche sei gefährdet. Die japanischen Währungshüter hatten ihren niedrigen Zinssatz am Freitag unangetastet gelassen und keine neuen Konjunkturstützen in Aussicht gestellt. Zugleich warnte die Notenbank vor den Folgen der Euro-Krise.