Börsen-Bericht

Nervöser Dax rutscht bis Mittag leicht ins Plus

Vor dem EU-Gipfel am Wochenende sind die Anleger zurückhaltend. Der deutsche Leitindex Dax notiert am Mittag fester. Die größten Gewinner sind die Finanzwerte.

Vor dem EU-Gipfel zur Euro-Schuldenkrise am Wochenende haben sich Anleger am deutschen Aktienmarkt zurückgehalten. Der Dax notierte am Freitagvormittag 0,3 Prozent fester bei 5781 Punkten, nachdem er am Vortag um 2,5 Prozent nachgegeben hatte.

Der EuroStoxx50 legte 0,7 Prozent auf 2288 Zähler zu. „Wir warten alle ab, ob und was am Wochenende in Brüssel passieren wird“, sagte ein Händler. Der Markt werde wahrscheinlich den gesamten Freitagshandel über nervös bleiben.

Es sei müßig, sich zu fragen, ob etwas entschieden werde oder nicht. „Man wird sich zurückhalten und abwarten.“ Einem anderen Börsianer zufolge gebe es die leise Hoffnung, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy bereits am Samstag ihren Streit um die Ausgestaltung des EFSF beilegten.

Die Querelen hatten die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag belastet. Nach Börsenschluss in Europa erklärten die Regierungen Deutschlands und Frankreichs, dass nun bis spätestens Mittwoch eine Einigung über offene Fragen erzielt werden soll.

Kanzlerin Merkel sprach sich am Freitag aber erneut gegen den Einsatz der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Lösung der Liquiditätsprobleme in der Euro-Zone aus, so wie es Frankreich fordert.

Analyst Holger Schmieding von der Berenberg Bank sagte indes, wenn es hart auf hart komme, könne nur die EZB eine Panik an den Märkten verhindern. Eine Lösung könnte darin bestehen, dass die EZB weiter übergangsweise Staatsanleihen kaufen würde, auch wenn der EFSF Bonds erwirbt oder versichert.

Kleiner Verfall am Terminmarkt bewegt die Kurse

Viele Bewegungen am Aktienmarkt waren geprägt vom kleinen Verfall am Terminmarkt, vor dem Anleger versuchen, die Kurse in die für sie günstige Richtung zu bewegen. Generell sei es so, dass die Kurse von kurzfristig orientierten Anlegern bewegt würden, die nur auf Schlagzeilen reagierten, sagte Manoj Lawda, Händler bei ETX Capital. Die auf längerfristige Investitionen setzenden Fondsmanager hielten sich dagegen zurück, weil es zu viele Unsicherheitsfaktoren am Markt gebe.

Wenig Impulse lieferte der Ifo-Index, der im Rahmen der Erwartungen ausfiel. Der Geschäftsklimaindex fiel auf 106,4 von 107,4 Punkten im Vormonat. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 106,3 Zähler gerechnet.

Gewinner sind die Banken

Zu den größten Gewinnern zählten europaweit die Finanzwerte. Die Dax-Spitze führten die Aktien von Commerzbank und Deutsche Bank mit einem Plus von 2,9 beziehungsweise 2,3 Prozent an. Beide Papiere hatten am Donnerstag deutlich nachgegeben. Der europäische Bankenindex stieg um 1,9 Prozent.

Im TecDax gerieten Aixtron unter Druck, die um 6,9 Prozent auf 8,90 Euro absackten. Einige Anleger hätten Angst vor negativen Überraschungen bei der Vorlage der Quartalszahlen am kommenden Donnerstag, begründete ein Händler die Kursverluste. Erst Mitte September hatte Aixtron seine Jahresprognosen drastisch gesenkt und damit die Aktie auf Talfahrt geschickt. Seitdem hat die Aktie gut ein Drittel ihres Wertes eingebüßt.