Ratingagentur

S&P stellt Rettungsplan für Griechenland infrage

Die Banken diskutieren zwei Pläne zur Umschuldung der Griechen-Anleihen. S&P warnt: Beide könnten als Zahlungsausfall gewertet werden.

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Die Ratingagentur Standard & Poor's hat Hoffnungen auf eine baldige Schuldenlösung für Griechenland einen Dämpfer versetzt. Die beiden französischen Vorschläge für die Verlängerung von Laufzeiten griechischer Staatsanleihen könnten als teilweiser Zahlungsausfall gewertet werden, teilte S&P mit. Ein Umtausch von Staatsanleihen sei dann ein Zahlungsausfall, wenn er aus der Not heraus geschehe und Anleger am Ende weniger Geld erhielten, als sie sich von den Papieren ursprünglich erhofft hatten, hieß es in der Mitteilung. Der Euro reagierte mit Verlusten.

Beide vom französischen Bankenverband genannten Optionen würden wahrscheinlich zu einem „SD“ oder „selective default“ führen, erklärte S&P. Beide Fälle würden den Gläubigern Verluste einbringen. Doch auch wenn die französischen Pläne nicht umgesetzt würden, stehe die Fähigkeit Griechenlands infrage, die von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds geforderten Reformen umzusetzen. Dies sei ein großes Risiko für die Kreditwürdigkeit des Landes.

Dem Plan zufolge sollen Privatgläubiger – Banken, Versicherungen und Hedgefonds – beim Auslaufen einer Griechenland-Anleihe 70 Prozent weiter dort investieren. 50 Prozent sollen in neue Anleihen gesteckt werden, die diesmal über 30 Jahre laufen. Die restlichen 20 Prozent sollen in Anleihen ohne laufende Zinszahlungen fließen. Dieser Plan könne sich noch ändern, erklärte S & P; eine andere Form könne dann auch eine andere Bewertung bekommen.

Der Kurs des Euro sank nach der S&P-Warnung. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde im frühen Handel mit 1,4521 US-Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,6889 Euro wert. Im asiatischen Handel hatte der Euro zuvor mit 1,4577 Dollar den höchsten Stand seit über einem Monat erreicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag noch auf 1,4488 Dollar festgesetzt.

Die Finanzminister der Eurozone hatten am Wochenende die Zahlung der nächsten Tranche für das hoch verschuldete Griechenland beschlossen und dem Staat damit eine Atempause verschafft. Ein zweites Hilfspaket soll in den kommenden Wochen ausgearbeitet werden. Daran sollen sich auch private Gläubiger wie Banken und Versicherungen beteiligen. S&P hatte die Kreditwürdigkeit von Griechenland erst im Mai noch einmal drastisch von B auf CCC und damit auf Ramschniveau herabgestuft.