Börsen-Bericht

Rätselhafte Turbulenzen belasten den Aktienmarkt

| Lesedauer: 2 Minuten

Die Börsianer warten gespannt auf die Rede von US-Notenbankchef Bernanke. Der deutsche Leitindex eröffnet erneut schwächer in den Handel.

Die jüngsten Kursturbulenzen haben den Anlegern am deutschen Aktienmarkt noch in den Knochen gesteckt. Der deutsche Leitindex notierte kurz nach Handelsstart 0,7 Prozent im Minus bei 5544 Punkten.

Am Donnerstagnachmittag hatte er infolge verschiedener Gerüchte um bis zu vier Prozent nachgegeben und den Tag mit einem Abschlag von 1,7 Prozent beendet. Die Kurskapriolen hatten auch die US-Börsen ins Minus gezogen.

Ihren Fokus dürften die Anleger auf die Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke in Jackson Hole richten. Börsianer warten mit Spannung darauf, ob der Chef der Federal Reserve eine erneute Lockerung der Geldpolitik („Quantitative Easing 3„) andeuten wird, um die lahmende US-Wirtschaft in Schwung zu bringen. Zuletzt hatten Analysten die Chancen darauf allerdings als gering eingeschätzt.

Im MDax waren die Titel von Gildemeister mit einem Plus von 4,3 Prozent auf 10,74 Euro Spitzenreiter. Der Werkzeugmaschinenbauer hatte ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Zum aktuell niedrigen Kurs mache der Schritt durchaus Sinn, sagte ein Händler.

Asiatischer Handel legt nur leicht zu

In Tokio ging der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,3 Prozent höher bei 8797 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix-Index legte 0,6 Prozent zu auf 756 Punkte. Auch die Bewegungen an den übrigen asiatischen Börsen hielten sich in Grenzen: In Seoul betrug das Plus 0,8 Prozent und in Taiwan 0,5 Prozent. Dagegen notierten die Märkte in Hongkong , Singapur und Shanghai jeweils rund 0,5 Prozent schwächer.

Während einige Investoren die Hoffnung auf ein starkes Signal von Bernanke äußerten – etwa die Ankündigung eines weiteren Programms zum Aufkauf von US-Staatsanleihen -, dämpften andere Marktteilnehmer die Erwartungen. „Dem Markt fehlt das Aufwärtspotenzial, weil viele zweifeln, dass es eine weitere quantitative Lockerung der US-Geldpolitik geben wird“, erklärte Lee Suk-won von E-Trade Securities. Wegen dieser Unsicherheit hielten sich viele Anleger zurück, hieß es.

Bernanke hatte vor einem Jahr bei dem gleichen Treffen die Investoren auf das zweite Programm zum Kauf von Anleihen („QE2„) zur Stimulierung der Wirtschaft vorbereitet. Die schwindende Hoffnung auf ein drittes Programm dieser Art hatte bereits die Aktien an der Wall Street belastet.

Bei den Einzelwerten stach in Tokio der Chiphersteller Elpida Memory hervor, dessen Aktienkurs mehr als elf Prozent zulegte. Analysten erklärten, das Papier habe in den vergangenen vier Wochen mehr als 40 Prozent an Wert eingebüßt und sei damit deutlich unterbewertet gewesen.