Wall Street

Dow Jones beendet wochenlange Verlustserie

Die New Yorker Wall Street hat nach wochenlanger Talfahrt wieder ein Plus verzeichnet. Die Anleger warten gespannt auf ein Treffen der Fed.

Nach einer vierwöchigen Verlustserie haben die US-Börsen mit moderaten Gewinnen geschlossen. Der Markt sei überverkauft gewesen, begründeten Händler die leichte Aufwärtsbewegung. Die Investoren hätten vorsichtig agiert und seien keine Risiken eingegangen, sagten Marktteilnehmer. Die Anteilsscheine von Banken gerieten abermals unter Druck.

Die Furcht vor einem erneuten Abrutschen der US-Wirtschaft in die Rezession hatte die Anleger in den vergangenen Wochen in Scharen aus Aktien vertrieben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte bis zum Schluss 0,3 Prozent auf 10.854 Punkte zu.

Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 10.820 und 11.020 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 trat mit 1123 Zählern auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 2345 Punkte. In Frankfurt ging der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 5473 Punkten aus dem Handel. Höhepunkt der Woche dürfte für viele Börsianer die Rede von US-Notenbank-Präsident Ben Bernanke beim jährlichen Treffen der Federal Reserve in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming am Freitag sein.

Einige Anleger hoffen darauf, dass die Fed neue Maßnahmen zur Ankurbelung der US-Konjunktur verkündet. Das würde dem Markt zumindest die Sicherheit geben, dass etwas getan werde, sagte Analyst Tim Speiss von EisnerAmper. Die zuletzt extremen Schwankungen an den Börsen dürften dann zurückgehen. Der S&P hat im August bisher 13 Prozent an Wert eingebüßt. „Vielleicht waren die Verluste übertrieben“, sagte Speiss. Viele Firmen hätten gute Bilanzen vorgelegt, deshalb gebe es die Chance, dass man jetzt in manche Aktien zurückkehre.

HP-Kurs erholt sich

Auf Erholungskurs gingen die Titel von Hewlett-Packard, die aus Zweifel an den radikalen Umbauplänen des Computerkonzerns zeitweise um 23 Prozent eingebrochen waren. Am Montag notierten die Papiere 3,6 Prozent im Plus.

Unter Druck gerieten erneut die Anteilsscheine von Banken. Die Aktien der Bank of America brachen knapp acht Prozent ein. Der US-Branchenführer will 3500 Stellen allein im laufenden Quartal abbauen. Das Geldhaus steht unter großem Druck, sein Kapitalpolster aufzubessern. Die Bank hat im Bereich Verbraucher-Hypotheken in den vergangenen vier Quartalen mehr als 22 Milliarden Dollar verloren.

Gefragt waren indes die Anteilsscheine von Lowe’s mit einem Plus von 1,1 Prozent. Die drittgrößte US-Baumarktkette teilte mit, fünf Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe in den nächsten zwei bis drei Jahren zurückzulegen. Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen zudem die Dividenpapiere von 99-Cents Only Stores. Das Papier des Discounters sprang 8,5 Prozent in die Höhe.

In einem Medienbericht hatte es zuvor geheißen, die US-Beteiligungsgesellschaft Apollo Global Management habe ein Gebot für die Kette vorgelegt. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,19 Milliarden Aktien den Besitzer. 1335 Werte legten zu, 1673 gaben nach und 95 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,97 Milliarden Aktien 1161 im Plus, 1389 im Minus und 114 unverändert.