Wall Street

Dow Jones schließt minimal im Plus

An der Wall Street übernahmen die Pessimisten das Ruder: Der Tag begann freundlich, doch die Unzufriedenheit auf den europäischen Märkten wirkte offenbar ansteckend.

An der Wall Street suchen die Anleger nach den jüngsten Kursturbulenzen weiter festen Halt. Nach einem freundlichen Handelsstart übernahmen am Mittwoch die Pessimisten wieder das Ruder und drückten die US-Börsen ins Minus.

Am Ende erholten sich die Standardwerte wieder und schlossen minimal im Plus, während die Technologieaktien den Handelstag wegen eines enttäuschenden Quartalsberichts des Computerherstellers Dell im negativen Terrain beendeten. Ansteckend wirkte ferner die Unzufriedenheit an den europäischen Märkten über das deutsch-französische Gipfeltreffen vom Dienstag.

„Ich glaube, das ist ein Prozess der Bodenbildung, und das wird Wochen dauern“, fasste Investmentstratege Jeffrey Saut von Raymond James Financial das Handelsgeschehen zusammen. Der Markt werde weiter bestimmt von Befürchtungen, dass Europa seine Schuldenprobleme nicht in den Griff bekommt und die USA wieder in eine Rezession abrutschen. Letzteres halte er derzeit aber für nicht wahrscheinlich, sagte Saut.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging kaum verändert mit 11.410 Punkten aus dem Handel. Das Marktbarometer bewegte sich zwischen 11.322 und 11.530 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,1 Prozent auf 1194 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab dagegen 0,5 Prozent nach auf 2511 Stellen. In Frankfurt hatte der Dax 0,8 Prozent tiefer auf 5949 Punkten geschlossen.

Dämpfer durch Ergebniss des deutsch-französischen Gipfeltreffens

Für einen Dämpfer an den europäischen Börsen sorgten die Ergebnisse des Gipfeltreffens von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy zur Schuldenkrise. Die Pläne zur Stärkung der Eurozone reichen aus Sicht vieler Marktteilnehmer nicht aus, um Europa aus dem Schuldensumpf zu ziehen.

An der Wall Street waren die Reaktionen zunächst versöhnlicher. In den USA hätten zwar viele auf Schritte hin zu gemeinsamen europäischen Anleihen, den Euro-Bonds, gehofft, sagte Art Hogan von Lazard Capital. Aber aus Deutschland gebe es immerhin ein starkes Signal der Bereitschaft zur Rettung der Währungszone. Doch im Handelsverlauf kippte die Stimmung, die Indizes rutschten ab.

Druck auf die Kurse kam vom Dell-Quartalsbericht. Die Erlöse lagen unter den Erwartungen. Außerdem sagte das Management eine Umsatzstagnation für das laufende Vierteljahr voraus. Dell-Aktien brachen um gut zehn Prozent ein. In ihrem Sog rutschten die Titel von Hewlett-Packard um 3,7 Prozent ab und zogen belasteten damit den Dow.

Positive Zahlen großer Einzelhandelskonzerne

Anfangs hatten erfreuliche Zahlen großer Einzelhandelskonzerne die New Yorker Märkte noch gestützt. Die Büroartikel-Kette Staples und der Discounter Target nährten mit ihren Quartalsberichten Hoffnungen, dass die US-Verbraucher trotz der unsicheren Konjunkturperspektiven ausgabenfreudig bleiben. „Die Konsumenten sind vielleicht nicht sehr zuversichtlich, aber sie geben weiter Geld aus“, sagte Investmentstratege Al Kugel von Atlantic Trust.

Der Target-Kurs stieg 2,4 Prozent. Steigende Nachfrage zum Ende der Schulferien verhalf der Büroartikel-Kette zu einem Gewinnanstieg. Staples-Aktien schlossen 0,5 Prozent höher. Das Unternehmen übertraf mit seinen Ergebnissen die Erwartungen und hob seine Gewinnprognose an.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,97 Milliarden Aktien den Besitzer. 1802 Werte legten zu, 1210 gaben nach und 97 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,91 Milliarden Aktien 1176 im Plus, 1356 im Minus und 127 unverändert.