Leser-Frage

Was tun gegen den Bauboom auf benachbartem Feld?

Baumaßnahmen in der Nachbarschaft bedürfen einer behördlichen Genehmigung. Bei einer Belästigung kann diese angefochten werden.

Frage: Bei uns in der Nähe sollen Windräder und Wärmepumpen auf dem Feld gebaut werden. Muss ich als lärmempfindlicher Mensch nun schlaflose Nächte hinnehmen?

Antwort: Bauvorhaben im Außenbereich führen häufig zu Konflikten mit der Nachbarschaft. Zu diesen Vorhaben zählen Anlagen für die Versorgung mit Elektrizität sowie die Windenergie- und Biomasseanlagen. All diesen Anlagen ist gemein, dass sie ein hohes Stör- und Konfliktpotenzial für die sie umgebende Nachbarschaft aufweisen.

Häufig werden Nachbarn durch Geräusche oder Gerüche erheblich belästigt. Bei Windenergieanlagen kommt eine optisch bedrängende Wirkung hinzu. Im Rahmen des notwendigen Genehmigungsverfahrens hat die zuständige Behörde sicherzustellen, dass das Vorhaben keine schädlichen Umwelteinwirkungen hervorruft und das Gebot der Rücksichtnahme beachtet wird.

So dürfen etwa Lärmimmissionen die maßgeblichen Richtwerte nicht überschreiten. Zum Nachweis legt der Antragsteller entsprechende Prognosegutachten vor, die von der Behörde zu überprüfen sind. Für den betroffenen Nachbarn ist zu beachten, dass er bereits während eines Genehmigungsverfahrens gezwungen sein kann, schriftlich Einwendungen zu erheben.

Ist ein Nachbar der Überzeugung, dass durch das Vorhaben seine Rechte verletzt werden, kann er die Genehmigung anfechten. Ist bereits mit der Durchführung eines Vorhabens begonnen worden, besteht die Möglichkeit, gerichtlich einen Baustopp durchzusetzen. Ein Schadenersatzrisiko besteht für den beschwerdeführenden Nachbarn nicht. Bei einem Streitwert von 7500 Euro belaufen sich die Gerichtskosten für die Klage auf rund 500 Euro.

Alexander Beutling, Lenz und Johlen Rechtsanwälte