Immobilien

Preise für Wohnhäuser schießen in die Höhe

Schon seit Jahren steigen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser. Im Juli hat sich der Preistrend nach oben noch verschärft.

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Wohneigentum in Deutschland wird wieder teurer. Abgesehen von Großstädten und Ballungsgebieten, wo das knappe Angebot und die starke Nachfrage die Preise gegenwärtig stark in die Höhe treiben, bleibt der Anstieg über das ganze Bundesgebiet gesehen aber noch in Grenzen.

Im zweiten Quartal 2011 sind die Preise für selbst genutztes Wohneigentum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in Deutschland um 2,3 Prozent gestiegen und haben sich damit noch moderat entwickelt, hat der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) errechnet. Im Vergleich zum Vorquartal war Wohneigentum 0,4 Prozent teurer.

Die Preise für neue Ein- und Zweifamilienhäuser sind dabei allerdings bundesweit in die Höhe geschossen. Seit 2005 haben sie sich bundesweit um fast neun Prozent verteuert. Der vdp-Preisindex für Eigentumswohnungen kam auf 110,6 Punkte (2003 gleich 100), allein zum Vorquartal war das ein Wachstum von 1,4 Prozent.

Zum Vorjahresquartal stieg der Index sogar um 5,3 Prozent an. Maßgeblich dafür sei die gestiegene Nachfrage in den Metropolen, berichten die Verbandsexperten. Bei den Einfamilienhäusern verlief die Entwicklung dagegen verhaltener. Der Preisindex lag hier mit 109,4 Punkten nur 0,1 Prozent über dem Vorquartal. Zum Vorjahresquartal wurde aber ein Zuwachs von 1,3 Prozent ermittelt.

Die Preis für Büroimmobilien sind in Deutschland mit der guten Konjunktur ebenfalls in Bewegung gekommen. Der vdp-Kapitalwertindex für Büroimmobilien ist von Mai bi Juli zum Vorquartal um 4,1 Prozent auf 110,2 Punkte deutlich gestiegen, zum Vorjahresquartal liegt das Wachstum bei 2,1 Prozent. Dieser deutliche Anstieg werde von höheren Neuvertragsmieten und den Liegenschaftszinsen getragen, so der Verband.

Die steigende Nachfrage bei Büroflächen führte dazu, dass der vdp-Mietindex für Neuvertragsmieten im Vergleich zum Vorquartal um 1,3 Prozent auf 98,2 Punkte anstieg. Dieser positive Effekt wurde noch vom Investmentmarkt verstärkt. Hier habe auch zusätzliche Nachfrage aus dem Ausland für steigende Preise, hieß es. Weil Renditen und Liegenschaftszinsen zurückgingen, sank der vdp-Liegenschaftszinsindex für Büroimmobilien gegenüber dem Vorquartal um 2,6 Prozent.

„Wegen der guten Konjunktur im Verlauf des ersten Halbjahres hat sich die Nachfrage sowohl nach selbst genutztem Wohneigentum als auch nach Büroimmobilien belebt“, sagte vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt. Dabei dürfte auch eine Rolle gespielt haben, dass die Anleger einen sicheren Hafen für ihr Geld suchten. Weil die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland weiter positiv sei, „ gehen wir derzeit von einer Fortsetzung der aktuellen Trends aus.“

Die Immobilien- und Hypothekenmärkte in Deutschland seien auf Langfristigkeit ausgerichtet, was in der Vergangenheit für Stabilität gesorgt habe. Alle Indizes werden vierteljährlich von der Tochter vdpResearch auf der Grundlage der Transaktionsdatenbank der Verbandsinstitute, in der seit 2003 Daten zu Preisen und wertbestimmenden Faktoren von Immobilien systematisch erfasst werden, ermittelt. Basis der Berechnungen sind 645000 transaktions- und objektbezogene Datensätze von 21 Kreditinstituten.

Die jüngsten Daten des Kreditvermittlers Hypoport bestätigen den aktuellen Preistrend nach oben, der vor allem durch die Euro-Krise beeinflusst ist. Verunsicherte Anleger bevorzugen nunmehr Immobilien.

Steigende Mieten machen in den Großstädten das Wohneigentum attraktiver. Der Preisindex für neue Ein- und Zweifamilienhäuser erreichte im Juli mit 108,67 Punkten seinen höchsten Wert seit Start des HPX-Index im Jahr 2005. Der Indexwert für Eigentumswohnungen kam knapp über die Hundertermarke.

Von März bis Mai hatte es deutschlandweit hier noch sinkende Preise gegeben, doch im Juni und Juli waren sie erneut gestiegen. Der Wert für bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser erreichte im Langfristvergleich 93,02 Punkte. Die Preise für gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser sind damit schon den dritten Monat in Folge gestiegen. Der Gesamtindex bleibt über der Hundertermarke und steigt um 0,52 Prozent auf 100,77 Punkte. Hypoport nimmt die vermittelten Darlehen als Basis für seine Berechnungen.