Leser-Frage

Darf falsche Kilometer-Angabe korrigiert werden?

Die Finanzämter prüfen mit Routenplanern Angaben zu Entfernungen. Wer ungenau ist, muss sich auf unangenehme Nachfragen einstellen.

Frage: Ich habe gelesen, dass das Finanzamt mit Routenplanern Entfernungen prüfen. Wenn ich nicht immer genau war – kann ich das korrigieren?

Antwort: Finanzbeamte haben schon seit längerem die Möglichkeit, die Angaben der Steuerpflichtigen in der Anlage N in Bezug auf die Entfernungskilometer mit Hilfe von Routenplanern zu überprüfen und auch zu korrigieren.

Wer hier regelmäßig großzügige Angaben macht, kann sich daher auch mal mit unangenehmen Fragen konfrontiert sehen. Für Unverbesserliche, die es gar bunt treiben, kann es im Ausnahmefall auch dazu führen, dass sie sich gegen den Vorwurf der Steuerhinterziehung zur Wehr setzen müssen.

Der Grund liegt darin, dass Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zwar über die Entfernungspauschale Werbungskosten darstellen. Das Gesetzt bestimmt aber, dass für den Ansatz grundsätzlich die kürzeste Straßenverbindung zu Grunde zu legen ist. Ein Aufrunden ist daher nicht zulässig.

Wer durch Umwege eine längere Wegstrecke zu Grunde legen möchte, kann dies für die „Mehrkilometer“ nur tun, wenn diese andere Straßenverbindung offensichtlich verkehrsgünstiger ist. Da der Arbeitnehmer seine maßgebende Wegstrecke nachweisen muss, greifen viele auf Routenplaner zurück, die aber nur eine Einschätzungshilfe darstellen sollten.

Wer in der Vergangenheit aufgerundet hat, sollte dies zukünftig unterlassen. Da die Entfernungspauschale mit 0,30 € je einfachem Entfernungskilometer zur Anwendung kommt, kann eine Berichtigung der Vorjahre in der Regel aufgrund der minimalen steuerlichen Auswirkung unterbleiben.

Ute Spohrer ist Steuerberaterin und Dipl.-Finanzwirtin (FH) bei der ECOVIS Steuerberatungsgesellschaft