Wall Street

Kräftige Einbußen bei Technologiewerten

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Selbst positive Meldungen locken die Anleger an der Wall Street nicht aus der Reserve. Sorgen bereitet auch die schwache Auftragslage in der Industrie.

Der Aktienhandel an der New Yorker Wall Street bleibt im Bann der US-Schuldenkrise. Selbst positive Überraschungen von Börsenschwergewichten wie Boeing, Dow Chemical und Amazon vermochten die Anleger am Mittwoch kaum aus der Deckung zu locken – zu groß ist die Angst, dass Republikaner und Demokraten den Schuldenstreit nicht mehr rechtzeitig beilegen und die weltgrößte Volkswirtschaft in die Zahlungsunfähigkeit schlittert. Vor allem Technologiewerte erlitten kräftige Einbußen nach einer Gewinnwarnung von Juniper Networks. Zu allem Überfluss nährten schwache Industrieaufträge die Sorgen über die US-Konjunktur – die Folge war der dritte Tagesverlust in Folge.

Der Dow Jones-Index rutschte bis zum Handelsschluss um 1,6 Prozent auf 12.302 Punkte ins Minus, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 12.289 und 12.498 Punkten geschwankt hatte. Der breiter gefasste S&P 500 büßte 2,0 Prozent auf 1304 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab sogar 2,7 Prozent auf 2764 Stellen nach. In Frankfurt ging der Dax mit einem Verlust von 1,3 Prozent mit 7252 Punkten aus dem Handel.

Abstimmung über Sparpaket verschoben

Im Schuldenstreit wird es immer enger: Die Republikaner verschoben eine Abstimmung über ihr Sparpaket am Dienstag auf frühestens Donnerstag. Mittlerweile erwarten immerhin 30 von 53 befragte Experten, dass zumindest eine der drei großen Ratingagenturen den USA ihr Top-Rating „AAA“ aberkennen wird.

An der Börse wird das Gezerre in der US-Hauptstadt nur noch kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen: „Eigentlich wäre der Markt drauf und dran fester zu laufen, wenn man sich die gerade veröffentlichten Zwischenbilanzen der Unternehmen ansieht, aber die Anleger werden von den immer neuen Schlagzeilen aus Washington ausgebremst“, sagte ein Börsianer.

Viele Anleger zeigten sich auch beunruhigt über einen deutlichen Rückgang der US-Industrieaufträge, die im Juni um mehr als zwei Prozent sanken. Den trüben Ausblick für die US-Wirtschaft bestätigten auch einige Quartalsbilanzen: Das Industrie-Konglomerat Emerson Electric sprach von einem schwachen Auftragseingang, so dass die Aktien um sieben Prozent abstürzten. Noch schlimmer erging es den Titeln des Technologie-Konzerns Juniper Networks nach einer Gewinnwarnung – sie stürzten um 20 Prozent ab.

Bei zahlreichen großen US-Firmen gab es zur Wochenmitte jedoch auch Lichtblicke: Boeing-Aktien verteuerten sich um ein Prozent. Der Flugzeugbauer erhöhte nach einem starken zweiten Quartal seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr.

Amazon und Dow Chemical strotzen vor Optimismus

Amazon-Aktien sprangen um vier Prozent in die Höhe, weil das Internet-Kaufhaus die Investoren mit seiner aggressiven Expansionsstrategie überzeugte. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um mehr als 50 Prozent auf fast zehn Milliarden Dollar.

Auch der größte US-Chemiekonzern Dow Chemical strotzt vor Optimismus. Die Gewinne der Aktie bröckelten dennoch im Handelsverlauf ab und die Aktie schloss mehr als zwei Prozent im Minus.

Besonders großen Appetit zeigten die Anleger bei dem Börsengang von Dunkin' Donuts. Die Titel der Muttergesellschaft des Herstellers der süßen Schmalzkringel, Dunkin' Brands Group, schossen an ihrem ersten Handelstag um fast 50 Prozent in die Höhe.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,1 Milliarden Aktien den Besitzer. 258 Werte legten zu, 2778 gaben nach und 65 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,35 Milliarden Aktien 328 im Plus, 2273 im Minus und 72 unverändert.