Börsen-Bericht

Dax schließt trotz US-Schuldendrama im Plus

Die Schuldenkrise in den USA kann den Aufwärtstrend des Dax nicht stoppen. Der Aktienmarkt schloss den fünften Tag in Folge im Plus.

Der Dax ist etwas stärker in die neue Handelswoche gestartet. Ein Händler zeigte sich beeindruckt davon, wie gut sich der Markt angesichts des anhaltenden Schuldenstreits in den USA halte. Der deutsche Leitindex schloss 0,25 Prozent höher bei 7344,54 Punkten und baute seine jüngste Gewinnserie damit auf mittlerweile fünf Handelstage in Folge aus. Der MDax konnte 0,25 Prozent auf 10 914,10 Punkte zulegen, und der TecDax ging mit einem Plus von 0,13 Prozent bei 849,57 Punkten über die Ziellinie.

„Es gibt zwei Dinge, auf die die Menschen derzeit warten: Das eine ist der Sommer und das andere ist eine Lösung des US-Schuldenstreits“, kommentierten die Experten von Close Brothers Seydler die Marktlage. Gerade mit Blick auf die USA laufe die Zeit davon. Eine mögliche Zahlungsunfähigkeit der USA sei ein unvorstellbares Szenario für die Märkte und, daher bleibe die Nervosität hoch. Gewartet werde zudem auf die in dieser Woche anlaufende Berichtssaison. Vor allem Finanzwerte litten unter der spürbaren Anspannung.

Das US-Repräsentantenhaus steht angesichts der Differenzen zwischen Demokraten und Republikanern unter Zeitdruck, damit bis zum 2. August ein Gesetz über die Anhebung der Schuldenobergrenze verabschiedet werden kann. Die Aktien der Commerzbank sackten am Dax-Ende um 4,01 Prozent auf 2,708 Euro ab, und auch für die Papiere der Deutschen Bank ging es um 1,23 Prozent auf 38,220 Euro nach unten. Ferner gaben die Titel der Aareal Bank im MDax um 3,47 Prozent nach.

Kursgewinne gab es dagegen im Autosektor. BMW-Aktien stiegen als Spitzenwert im Dax um 2,71 Prozent auf 73,52 Euro, und Daimler legten um 1,09 Prozent auf 53,04 Euro zu. Die Analysten von JP Morgan hatten für beide Titel das Kursziel erhöht und verwiesen im Falle von BMW auf eine erhöhte Absatzschätzung. Positiv habe laut Händlern aber auch ein angehobener Ausblick des Autozulieferers Leoni gewirkt, den Börsianer mit einer höheren Produktion von Großkunden wie BMW oder Daimler begründeten. Die Leoni-Titel katapultierte dies mit einem Plus von 5,47 Prozent auf 42,215 Euro an die MDax-Spitze.

Ein Kursplus ernteten auch die Anteilsscheine von Bayer, die sich angesichts positiver Studiendaten zum Schlaganfallmittel Xarelto um1,27 Prozent auf 57,35 Euro verteuerten. Im TecDax gehörten die Papiere von Dialog Semiconductor mit plus 4,23 Prozent auf 14,645 Euro zu den Favoriten. Der Schaltkreishersteller hatte zuvor Quartalszahlen vorgelegt. Ein Analyst sprach von „hervorragenden Zahlen“, die seine Erwartungen sowohl bei Umsatz als auch operativem Gewinn deutlich übertroffen hätten.

Nordex profitierten mit plus 1,22 Prozent von einem Großauftrag aus Schottland. Auf europäischer Bühne schloss der bankenlastige EuroStoxx 50 angesichts der US-Schuldendebatte 0,96 Prozent tiefer bei 2742,70 Punkten. Moderater waren indes die Verluste in Paris und London. In den USA gab der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss um fast 0,5 Prozent nach.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,58 (Freitag: 2,68) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,51 Prozent auf 124,80 Punkte. Der Bund Future kletterte um 0,41 Prozent auf 128,21 Punkte. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4380 (Freitag: 1,4391) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6954 (0,6949) Euro.