Wall Street

Fed-Hilfe beschert US-Börsen Kursgewinne

Die Wall Street hat am Mittwoch fester geschlossen. Fed-Chef Ben Bernanke stellte im US-Kongress Stützen für die schwache Wirtschaft in Aussicht.

Die Bereitschaft der US-Notenbank zu einer weiteren Stützung der lahmenden Wirtschaft hat der Wall Street am Mittwoch Kursgewinne beschert. Fed-Chef Ben Bernanke sagte vor einem Kongressausschuss, falls die Wirtschaft nicht in die Gänge komme und eine neue Deflationsgefahr drohe, würde dies für weiteren Stützungsbedarf sprechen.

„Er war spezifischer denn je, und das fand der Markt aufregend. Er sagte zwar nicht, dass sie die Wirtschaft stimulieren werden, aber es ist offensichtlich, dass sie darüber geredet haben“, sagte Tim Ghriskey von Solaris Asset Management. Auch das nahezu ungebremste Wachstum der chinesischen Wirtschaft verschaffte der Wall Street nach drei verlustreichen Tagen eine Ablenkung von der Schuldenkrise in Europa und im eigenen Land.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,4 Prozent fester bei 12.491 Punkten aus dem Handel, nachdem er zwischen 12.447 und 12.611 Zählern geschwankt hatte. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,3 Prozent auf 1317 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 0,5 Prozent auf 2796 Stellen. Die Aktien schlossen damit weit unter ihren Tageshochs – zwischenzeitlich hatten die Indizes allesamt über ein Prozent im Plus gelegen. In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von 1,3 Prozent bei 7267 Punkten aus dem Handel.

Investoren von US-Schuldendebatte frustriert

Analysten fürchteten, dass die Schuldenprobleme dem Handel bald wieder den Takt vorgeben werden. Die Rating-Agentur Fitch stufte Griechenland kräftig auf „CCC“ herunter – die schlechteste Note vor einem Zahlungsausfall. Deshalb würden die optimistischen China-Vorgaben sicher nicht zu einer Rally führen, sagte Nicholas Colas von der ConvergEx Group: „Uns beschäftigen wirklich die Staatsschulden-Probleme. Die Euro-Krise dürfte demnächst von der Debatte um die US-Schuldenobergrenze abgelöst werden – und das ist auch nicht positiv für die Börsen.“

Dass sich demokratische US-Regierung und Republikaner in der Frage trotz des engen Zeitfensters weiter unversöhnlich gegenüber stehen, frustriert Investoren. Den USA droht die Zahlungsunfähigkeit – und den Finanzmärkten in diesem Fall weltweite Erschütterungen.

Zu den Gewinnern gehörten die Aktien aus den Branchen Energie und Rohstoffe. Die entsprechenden Branchenindizes von S&P legten jeweils knapp ein Prozent zu. Die Aktien des unter immensen politischen Drucks stehenden News Corp-Konzerns legten einen Kurssprung von etwa vier Prozent hin, nachdem das Unternehmen des umstrittenen Medienmoguls Rupert Murdoch kurz vor Handelsbeginn in New York seine Milliardenofferte für die Komplettübernahme der britischen Sendergruppe BSkyB zurücknahm.

Netflix-Aktien legten etwa drei Prozent zu. Investoren erhofften sich von einer Erhöhung der Preise des Filmverleihers langfristig bessere Geschäfte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 880 Millionen Aktien den Besitzer. 1992 Werte legten zu, 979 gaben nach, und 114 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,89 Milliarden Aktien 1809 im Plus, 759 im Minus und 103 unverändert.