Wall Street

Zahlen von IBM und Coca-Cola beflügeln US-Börsen

Gute Quartalsergebnisse von IBM und Coke haben die Wall Street am Dienstag angetrieben. Optimistische Aussagen Obamas zur Schuldenkrise stärkten den Aufwärtstrend.

Überzeugende Quartalszahlen von IT-Konzern IBM und Getränke-Gigant Coca-Cola haben am Dienstag Optimismus an der Wall Street verbreitet und Verluste bei Bankaktien in den Hintergrund gedrängt. Auch unerwartet starke Zahlen vom kriselnden Immobilienmarkt trugen zu den Kursgewinnen bei: Im Juni wurden so viele Wohnungsbauprojekte wie seit einem halben Jahr nicht mehr begonnen.

Zudem stießen optimistische Äußerungen von Präsident Barack Obama über die Verhandlungen über die Schuldenkrise auf ein positives Echo.

Noch am Montag hatten die Schuldenkrisen auf beiden Seiten des Atlantiks für Kursverluste gesorgt. „Der Markt konzentriert sich wieder auf Unternehmenszahlen“, sagte nun Portfoliomanager Rob McIver von Jensen Portfolio.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss um 1,6 Prozent höher bei 12.587 Punkten. Er pendelte im Tagesverlauf zwischen den Marken von 12.385 und 12.607. Der breiter gefasste S&P 500 legte ebenfalls 1,6 Prozent auf 1326 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann sogar 2,2 Prozent auf 2826 Stellen. In Frankfurt stieg der Dax um 1,2 Prozent und schloss bei einem Stand von 7192 Punkten.

Goldman Sachs enttäuscht

„Am Markt herrscht Erleichterung“, sagte Analyst Andrew Wilkinson von Interactive Brokers. Die Unternehmen bewegten sich auf dem Weg nach oben, die Baubeginne seien ermutigend. Das mache auch die Zahlen von Goldman Sachs wett, die hinter den Markterwartungen zurückblieben. Zwar konnte die Investmentbank ihren Gewinn verdoppeln, doch Analysten hatten mit deutlich mehr gerechnet. Auch Goldman macht die Schuldenkrise in Europa zu schaffen, weil sich Anleger bei Anleihen zurückhalten. Die Aktie sank um 0,6 Prozent.

Der Kurs von International Business Machines (IBM)-Aktie schloss 5,7 im Plus. „Viele Investoren waren besorgt, dass die Konjunkturschwäche auf die Gewinne durchschlägt. Aber IBM zeigt, dass Multis die Lücke füllen können, und das ist ermutigend“, sagte Cort Gwon, Chefstratege von HudsonView Capital Management. Auch das Quartalsergebnis von Coca-Cola war besser als erwartet. Die Aktie schloss um 3,3 Prozent im Plus.

Uneinheitlich präsentierten sich die Bankentitel. So fuhr die Bank of America wegen Altlasten aus der Hypothekenkrise den größten Quartalsverlust in ihrer Geschichte ein. Der Fehlbetrag belief sich in den vergangenen drei Monaten unter dem Strich auf 8,8 Milliarden Dollar. Die Aktien notierten 1,5 Prozent im Minus.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 870 Millionen Aktien den Besitzer. 2368 Werte legten zu, 626 gaben nach, und 93 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,9 Milliarden Aktien 2028 im Plus, 544 im Minus und 86 unverändert.