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Chancen mit Korridor-Produkten bei unklaren Lagen

Auf Seitwärtsphasen an der Börse versagen klassische Anlagestrategien. Dafür bieten sich Hamster-, Inline- und Korridor-Produkte an.

Foto: WELT ONLINE Infografik

Viele Anleger schieben Frust. Zwar liegt der Dax nur knapp 1000 Zähler unter seinem Allzeithoch. Es fehlen aber klare Trendbewegungen. Und genau die werden benötigt, um mit den von zahlreichen Profi-Tradern und Hedgefonds eingesetzten Trendfolgestrategien Gewinne zu erzielen. Der Dax bewegt sich seit Monaten in einem Zickzackkurs, bei dem es zwar immer wieder zu starken Bewegungen kommt, die aber nach kurzer Zeit schon wieder abebben. Durch die häufigen Richtungswechsel werden die Trendfolger kurz nach dem Einstieg regelmäßig auf dem falschen Fuß erwischt.

Die Analysten von Wellenreiter Invest bezeichnen eine Fortsetzung dieser uneinheitlichen Kursentwicklung bis zum Jahresende mit Blick auf die Historie derzeit als die "wahrscheinlichste Option" und sind deshalb für Aktien auch "Neutral" gestimmt. Bei den Bankanalysten sieht es etwas anders aus, wobei die Prognosen aber weit auseinanderdriften. Während die Helaba den Dax bis zum Jahresende auf 6500 Punkte fallen sieht, rechnet HSBC Trinkaus im Verlauf des zweiten Halbjahres mit Kursen von mehr als 8000 Punkten.

Es herrscht gegenwärtig also ein erbitterter Kampf zwischen Bullen und Bären, was sich auch fundamental begründen lässt. Während die Pessimisten auf die sich zuspitzende Schuldenproblematik sowie die nachlassende Konjunkturdynamik verweisen, setzen die Optimisten darauf, dass die US-Notenbank bei einer Verschlimmerung der Lage und einbrechenden Kursen ein neues Kaufprogramm (QE3) auflegen und damit zum wiederholten Male eine Kursrallye auslösen wird.

Genau diese Pattsituation spiegelt sich am Markt wider, und eine nachhaltige Änderung scheint nicht in Sicht. Deshalb bieten die Banken eine Reihe von Spezialprodukten an, die speziell für solche Phasen entwickelt wurden. Die Société Générale hat beispielsweise gerade neue Hamsteroptionsscheine emittiert, deren Auszahlung davon abhängt, an wie vielen Tagen der Dax innerhalb einer bestimmten Range notiert. Bei einem noch gut vier Monate laufenden Hamsterschein mit einem Korridor von 6500 bis 7700 Punkten steigt der innere Wert an jedem Tag in der Range um zehn Cent.

Bei 100 Tagen Laufzeit werden bei Fälligkeit maximal zehn Euro ausgezahlt. Bei einem Kurs von rund 8,40 Euro sind damit gut 19 Prozent Gewinn möglich. Für Tage, an denen der Dax außerhalb der Range liegt, gibt es jedoch nichts, sodass die Auszahlungssumme entsprechend sinkt. Um keine Verluste zu erleiden, darf der Dax den Korridor an maximal 16 Tagen verlassen (WKN: SG2CZA).

Eine weitere, mit deutlich größeren Chancen und Risiken behaftete Alternative sind Inline-Optionsscheine. Bei diesen sind 20 Prozent Gewinn schon innerhalb von nur einem Monat möglich, wenn der Dax bis dahin durchgängig zwischen 6500 und 7750 Punkten notiert. Ist dies der Fall, gibt es auch hier einen maximalen Fixbetrag von zehn Euro.

Allerdings sorgt bei den Inline-Papieren schon ein einziger Indexstand außerhalb der Range für den sofortigen Verfall, was gleichbedeutend mit einem Totalverlust ist (WKN: SG14CU). Etwas abgemildert wird dieses Risiko bei der Sonderform der End-Inline-Optionsscheine, bei denen ausschließlich der Indexstand am finalen Bewertungstag (innerhalb oder außerhalb des Korridors) darüber entscheidet, ob es zehn Euro oder gar nichts gibt. Dementsprechend sind die Chancen aber auch geringer als bei den klassischen Inline-Scheinen.

Fazit: Während die meisten klassischen Anlagestrategien in der aktuellen Marktphase versagen, bieten die explizit für Seitwärtsphasen aufgelegten Produkte genau in diesem Umfeld gute Erfolgschancen. Wenn die Aktienkurse aber plötzlich nachhaltig nach oben oder unten ausbrechen, drohen hier zum Teil erhebliche Verluste.