Euro-Zone

Sorge um Italien setzt Dax-Talfahrt fort

Die Angst vor einem Flächenbrand in der Schuldenkrise erschüttert die Börsen: Der deutsche Leitindex erholt sich nur langsam von Verlusten.

Der Dax hat seine Talfahrt angesichts der Sorgen um die Schuldenkrise fortgesetzt. Bis zum Mittag verlor der deutsche Leitindex 1,96 Prozent auf 7088 Punkte, nachdem er zwischenzeitlich sogar über drei Prozent im Minus gelegen hatte.

Bereits am Vortag hatte der Dax den stärksten Tagesverlust seit Mitte März erlitten. Der MDax mittelgroßer Werte büßte indes 2,30 Prozent auf 10 564 Punkte ein, für den TecDax ging es um 1,68 Prozent abwärts auf 863 Punkte.

Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank sagte mit Blick auf die Schuldenkrise: „Die Europapolitik liefert keine Perspektive, sie führt nicht.“ Insofern verlören immer mehr Anleger den Glauben daran, dass Griechenland seine Probleme „im Korsett der Eurozone“ lösen könne. Und je länger dieser Fall ungelöst sei, desto mehr würden andere Länder in Mitleidenschaft gezogen, wie nun Italien.

Die ohnehin schon gebeutelten Finanzwerte gaben weiter nach, wenn auch in etwas gedrosseltem Tempo. So fielen die Aktien der Deutschen Bank um 2,17 Prozent auf 37,66 Euro und die der Commerzbank um 1,59 Prozent auf 2,665 Euro. Damit haben die Commerzbank-Titel alleine seit Anfang vergangener Woche rund 19 Prozent an Wert eingebüßt. Für die Papiere des Versicherers Allianz ging es derweil um 2,87 Prozent auf 88,93 Euro nach unten.

Im MDax sackten die Titel von Tui am Index-Ende um 5,76 Prozent auf 6,735 Euro ab. Börsianer begründeten dies mit der Gewinnwarnung von Thomas Cook, Wettbewerber von Tui Travel. Bei Europas zweitgrößtem Reiseveranstalter zehren die Unruhen in Nordafrika und dem Nahen Osten weiter am Gewinn. Die Belastungen fielen deutlich höher aus als zuvor geschätzt, teilte das Unternehmen mit, das in Deutschland vor allem mit der Marke Neckermann Reisen und der Fluglinie Condor präsent ist.

Aktie der Unicredit vom Handel ausgeschlossen

Die Börse in Mailand stürzte erneut ab. Der italienische Leitindex FTSE Mib der 40 führenden Aktiengesellschaften des Landes verlor in den Minuten nach Handelsstart vier Prozent und notierte am Morgen bei 17.569 Punkten. Vor allem die Aktien italienischer Banken verloren stark an Wert. Das größte italienische Finanzinstitut Unicredit etwa büßte 7,1 Prozent ein und wurde deshalb sogar vom Handel ausgesetzt.

Seit vergangener Woche fürchten die Händler an den Märkten, Italien könnte als nächstes Euro-Land wegen seiner hohen Schulden auf Milliardenhilfen seiner Nachbarn angewiesen sein. Die italienischen Banken halten besonders viele Staatsanleihen – weshalb sie an der Börse auch in den vergangenen Tagen schon drastisch an Wert verloren hatten.