Drohender Zahlungsausfall

Wall Street bearbeitet Republikaner im Schuldenstreit

Bei den Wall-Street-Banken geht die Angst um: Goldman, JPMorgan und die Bank of America versuchen, die Republikaner umzustimmen.

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Die unversöhnliche Haltung von Demokraten und Republikanern im sich zuspitzenden US-Haushaltsstreit bringt die Amerikas Wirtschaft auf die Barrikaden. Großkonzerne, Wirtschaftsverbände und die Firmen der Wall Street beackern vor allem die Republikaner, einer Erhöhung der Schuldenobergrenze zuzustimmen und damit eine weltweite Erschütterung der Finanzmärkte abzuwenden.

Der republikanische Abgeordnete Michael Grimm berichtete am Freitag, Gespräche mit hochrangigen Vertretern etwa von Goldman Sachs, der Bank of America, wichtigen Hedgefonds-Manager oder Versicherern hätten sich in der vergangenen Tagen deutlich verändert.

Grimm, der im Ausschuss für Finanzdienstleistungen des Repräsentantenhauses sitzt, sagte, es ginge nun direkt um die Schuldenprobleme des Landes. „Das nimmt die ganze Debatte in Anspruch.“ Ausschuss-Themen seien nachrangig geworden.

Im ganzen Land versuchen Lobbyisten für Konzerne wie JPMorgan Chase und Caterpillar, fiskalkonservative Republikaner zu überzeugen, sich in der Frage zu bewegen und die drohende Zahlungsunfähigkeit der USA doch noch abzuwenden.

Die US-Handelskammer, die größte Lobby-Gruppe des Landes, steht an der Spitze einer Kampagne, die bereits Anfang des Jahres ansetzte und vor dramatischen Konsequenzen für die Wirtschaft im Falle eines Scheitern der Gespräche zwischen dem Kongress und der Regierung warnt.

In dieser Woche drängten 470 hochrangige Führungskräfte aus der Wirtschaft, darunter von Großkonzernen wie General Mills und Honeywell International, in einem Brief Abgeordnete erneut zum Handeln.

Bislang gibt es jedoch kaum Anzeichen für eine Annäherung von Republikaner und Demokraten. Seine Haltung habe sich auch nach einem Gespräch mit Vertretern einer großen Ratingagentur nicht geändert, sagte der Abgeordnete Mike Pompeo aus Kansas: „Ich bin jetzt eher noch entschlossener, dass wir die Schuldengrenze nicht ohne eine Änderung unserer Ausgabenpolitik erhöhen können.“

Die Republikaner lehnen die von Präsident Barack Obama geforderte Steuererhöhung ab und verlangen deutliche Ausgabenkürzungen, vor allem bei den Sozialprogrammen. Obama braucht die Zustimmung des Kongresses, um die Schuldengrenze von 14,3 Billionen Dollar anzuheben. Sollten die Gespräche scheitern, sind die USA voraussichtlich ab dem 2. August zahlungsunfähig.

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