Wärmedämmung

Hausbesitzer sollten noch vor Jahresende sanieren

Wer seit dem 1. Februar 2002 ein Eigenheim besitzt, muss sich sputen. In einem halben Jahr greifen neue Regeln zur Energieeffizienz.

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Die Frist endet Ende des Jahres. Bis dahin müssen die Energiestandards vieler Gebäude erhöht worden sein. Im Klartext: Alte Häuser müssen besser gedämmt sein und Heizungen weniger Energie verbrauchen. Viele Eigenheimbesitzer müssen Teile ihrer Häuser also nachrüsten. Das sieht die Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2009 für Altbauten vor. "Diese Nachrüstpflichten betreffen alle Immobilienbesitzer, die ihren Altbau nach dem 1. Februar 2002 übernommen haben und ihn auch selbst bewohnen", erläutert Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB).

Das gelte für Mehrfamilien- sowie Ein- und Zweifamilienhäuser. Eigentümer, die vor dem Stichtag allerdings selbst in ihrer Immobilie wohnten, sind nicht betroffen. Es sei denn, sie sanieren ihren Altbau sowieso umfassend oder bauen um. Dann müssen sie ebenfalls die Vorgaben Energieeinsparverordnung 2009 umsetzen.

Nach § 10 Abs. 2 EnEV 2009 sollen in den alten Gebäuden die Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen von Zentralheizungen, die mit Wasser betrieben werden, oder von Einzelheizgeräten gedämmt werden. Auch Armaturen zur Begrenzung der Wärmeabgabe sind davon betroffen. Diese Auflage gilt allerdings nur, wenn diese Leitungen sowie Armaturen zugänglich sind und sie sich in unbeheizten Räumen befinden.

"Warmwasser- und Heizungsleitungen zu dämmen, ist eine überschaubare Maßnahme", erklärt Reinhold-Postina. Ein geschickter Heimwerker könne das selbst erledigen. In Baumärkten gebe es vorgefertigte Rohrummantelungen.

Gedämmt werden muss auch die oberste begehbare Geschossdecke, wenn das Dach darüber ungedämmt ist. Normalerweise seien das die Decken zwischen dem bewohnten Obergeschoss und dem nichtausgebauten Speicher, erläutert Reinhold-Postina. Alternativ könnte statt der Geschossdecke auch das Steildach gedämmt werden. Welche Variante sich finanziell rechnet, hängt von der Nutzung ab: Wird das Dachgeschoss nicht als Wohnraum genutzt, genüge die günstigere Dämmung der Geschossdecke, rät Kathrin Mühe von der Bausparkasse Schwäbisch Hall. Diese koste pro Quadratmeter rund 80 Euro.

Bei einer vollständigen Dachdämmung werden die Kosten je Quadratmeter etwa doppelt so hoch angesetzt – wegen des erhöhten technischen Aufwands. Die Gesamtkosten seien aber tatsächlich sogar noch weit höher wegen der größeren zu dämmenden Fläche, sagt Mühe. "Bei einem normalen Einfamilienhaus mit Satteldach sollte man auf jeden Fall mit mehr als 20.000 Euro kalkulieren."

"Eine Pflicht zur nachträglichen Dämmung im Sinne der EnEV 2009 besteht jedoch nicht, wenn die oberste Geschossdecke oder das Dach bereits gedämmt ist", sagt Alexander Wiech von der Eigentümergemeinschaft Haus & Grund Deutschland. Die vorhandene Dämmung müsse auch nicht die Anforderungen der Verordnung erfüllen. Ebenfalls müsse man nicht handeln, wenn die erforderlichen Maßnahmen so teuer sind, dass die dadurch erzielte Energieeinsparung sich nicht innerhalb einer angemessenen Frist rechnet.

Anders als Leitungen können Heimwerker Dach oder Decken nicht selbst dämmen. Denn das setzt Fachwissen voraus. "Hausbesitzer und Heimwerker sollten sich bei Dämmmaßnahmen in Eigenregie unbedingt vom Fachmann beraten lassen", rät der Architekt Ulrich Zink vom Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung daher. Nur so sei gesichert, dass entsprechend den EnEV-Anforderungen ausreichend und richtig gedämmt wird.

Bis Ende des Jahres müssen auch alle alten Heizungen erneuert werden, die vor dem 1. Oktober 1978 eingebaut wurden. "Auf diese anstehende Heizungssanierung sind Hausbesitzer schon in den letzten Jahren von ihren Schornsteinfegern hingewiesen worden", sagt Bauexpertin Eva Reinhold-Postina. Der Hausbesitzer muss die Umsetzung der Vorschriften jederzeit den Behörden belegen können. Die Bauunternehmen sollten daher die Gesetzmäßigkeit der Sanierung und Umbauten in einer Erklärung bescheinigen – zu deren Ausstellung sie auch verpflichtet seien.