Börsen-Bericht

Hoffnung auf US-Geldspritze schiebt Dax ins Plus

Die Panik an den Aktienmärkten hat deutlich nachgelassen. Die Anleger hoffen auf eine Stützung der US-Konjunktur, der Dax schließt im Plus.

Angesichts etwas abgeschwächter Sorgen um die Weltwirtschaft hat der Dax nach den Turbulenzen der Vortage wieder Boden gutgemacht. Der deutsche Leitindex legte insbesondere im späten Handel kräftig zu und ging mit plus 1,31 Prozent bei 7267,87 Punkten aus dem Handel.

Am Vortag war er zeitweise noch unter die Marke von 7000 Punkten gerutscht. Für den MDax ging es um 1,73 Prozent auf 10.930,68 Punkte nach oben, der TecDax stieg um 0,30 Prozent auf 873,24 Punkte. Börsianer begründeten die Kursgewinne im späten Handel mit Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke. Dieser hatte sich vor dem US-Repräsentantenhaus für eine erneute Stützung der amerikanischen Wirtschaft bereit gezeigt.

„Die derzeitige wirtschaftliche Schwäche könnte länger dauern als erwartet und Deflations-Risiken (könnten) wieder zurückkommen“, sagte er. Die Notenbank sei bereit, in einem solchen Fall erneut zu reagieren. In China hatte sich das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal zudem weniger als erwartet verlangsamt. „Das lindert die Sorgen um eine harte Landung der Weltwirtschaft“, sagte Händlerin Anita Paluch von ETX Capital. Die Abstufung des Ratings für Irland auf „Ramsch-Niveau“ belastete derweil kaum. Zu den größten Gewinnern zählten Autowerte.

Hier stützte neben den Daten aus China – einem für die Konzerne wichtigen Markt – positive Studien der Banken Exane BNP Paribas sowie Morgan Stanley zu BMW und Daimler. Daimler-Aktien gewannen 2,88 Prozent auf 53,17 Euro, BMW-Papiere stiegen an der Dax-Spitze um 4,37 Prozent auf 70,18 Euro.

Auch die Aktien von K+S gehörten zu den Favoriten, sie verteuerten sich um 2,32 Prozent auf 55,48 Euro. Börsianer führten dies auf Übernahmefantasien zurück, nachdem der russische Investor Andrej Melnitschenko seine Beteiligung an dem Düngemittelhersteller auf unter 10 Prozent reduziert hatte. Nun könne K+S zum Übernahmeziel für globale Bergbaugesellschaften oder chinesische Investoren werden, kommentierte Analyst Lutz Grüten von der Commerzbank.

Unterdurchschnittlich schlugen sich dagegen Konsumgütertitel. Nach einem enttäuschenden Umsatzwachstum des französischen Konkurrenten L’Oreal hinkten Beiersdorf mit plus 0,33 Prozent auf 43,800 Euro und die Vorzugsaktien von Henkel mit plus 0,39 Prozent auf 48,345 Euro dem Markt hinterher.

Die Bankenwerte, die zu Wochenbeginn deutlich unter Druck geraten waren, konnten zunächst zulegen, fielen dann aber wieder zurück. Die Aktien der Deutschen Bank büßten 0,47 Prozent auf 37,925 Euro ein, die der Commerzbank 0,22 Prozent auf 2,694 Euro.

Unangefochtener Spitzenreiter im MDax waren die Aktien von Gerresheimer, die nach Quartalszahlen um 7,12 Prozent auf 34,750 Euro ansprangen. Der Hersteller von Spezialverpackungen und Medizintechnik hatte trotz Sonderlasten Umsatz und Gewinn gesteigert. Der EuroStoxx 50 stieg um 0,80 Prozent auf 2715,05 Punkte, auch die Leitindizes in Paris und London schlossen mit Gewinnen. Der Dow Jones in New York lag zum europäischen Börsenschluss klar im Plus.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,49 (Vortag: 2,38) Prozent. Der Rentenindex Rex rückte um 0,77 Prozent auf 125,05 Punkte vor. Der Bund Future verlor 0,41 Prozent auf 128,36 Punkte. Der Euro stieg in Folge der Bernanke-Aussagen deutlich und lag zuletzt bei 1,4169 Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs auf 1,4073 (1,3975) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7106 (0,7156) Euro.