Börsen-Bericht

Italien-Sorgen lösen Dax-Kursrutsch aus

Die Furcht vor einer Ausweitung der Euro-Schuldenkrise belastet die Börsen. Der Dax rutscht mehr als zwei Prozent ab. Besonders hart trifft es die Commerzbank.

Die Unsicherheit um Italien als möglichen neuen Fokus der Schuldenkrise hat dem Dax Montag deutliche Verluste beigebracht. Er rutschte bis zum Ende des Xetra-Handels um 2,33 Prozent auf 7230,25 Punkte. Der MDax verlor 2,31 Prozent auf 10813,15 Punkte, der TecDax büßte 2,36 Prozent auf 877,68 Punkte ein. Zu den größten Verlierern im Dax gehörten vor allem Finanzwerte. Die Commerzbank büßte 8,6 Prozent ein, die Allianz 4,1 Prozent und die Deutsche Bank 3,4 Prozent.

Händlerin Anita Paluch von ETX Capital nannte mit den Nachwirkungen schwacher US-Arbeitsmarktdaten, anhaltenden Sorgen um die Inflation in China und Italien drei Gründe für die schlechte Stimmung am Aktienmarkt. Der jetzt in den Fokus gerückte Schuldenberg Italiens in Höhe von 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gefährde letztlich die Kreditwürdigkeit der gesamten Eurozone, wenn nicht schnell die richtigen Maßnahmen ergriffen würden, sagte Paluch. Die Lage an den Rentenmärkten Italiens und auch Spaniens trübte sich zu Wochenbeginn weiter ein. Die Risikoaufschläge für Staatstitel mit zehnjähriger Laufzeit stiegen auf neue Rekordstände. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte Italien auf, seinen Haushalt zu konsolidieren.

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy kam derweil mit Spitzenverantwortlichen für die Eurowährung zu einem Krisentreffen in Brüssel zusammen. Es gehe dabei nicht nur um Griechenland, sondern auch um Italien, berichteten Diplomaten. Einem Pressebericht zufolge fordert die Europäische Zentralbank eine Aufstockung des Rettungsschirms. Das bestehende Volumen reiche nicht aus, um Italien zu schützen. Ein Börsianer bezeichnete die neuerliche Unsicherheit als Gift für die Finanzwerte. Commerzbank-Aktien rutschten entsprechend mit minus 8,64 Prozent an das Dax-Ende, Papiere der Deutschen Bank verbilligten sich um 3,40 Prozent. Für Allianz-Aktien ging es um 4,11 Prozent nach unten.

Nach einem verlorenen Patentstreit gegen die Novartis-Tochter Hexal um die Verhütungspille Yasmin ging es auch für Bayer-Aktien um 2,27 Prozent nach unten. Lufthansa-Aktien litten mit einem Abschlag von 3,44 Prozent unter der gestrichenen Kaufempfehlung der Schweizer Bank UBS.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere deutlich auf 2,53 (Freitag: 2,70) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg im Gegenzug um 0,72 Prozent auf 125,25 Punkte. Der Bund Future lag mit 1,3 Prozent im Plus bei 129,14 Punkten. Der Euro fiel deutlich weiter. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4056 (1,4242) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7114 (0,7022) Euro.