Börsen-Bericht

US-Arbeitsmarktdaten vergraulen Dax-Anleger

Der deutsche Leitindex kann seine Auftaktgewinne nicht halten. Nach Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten schließt der Dax knapp ein Prozent im Minus.

Die Hoffnungen erfüllten sich nicht: In diesem Fall jene auf eine Erholung der US-Konjunktur. Denn anders als nach den Zahlen der privaten Arbeitsagentur ADP vom Donnerstag erwartet, schickten die vom Arbeitsministerium veröffentlichten Daten vom US-Arbeitsmarkt die Börsen am Freitag talwärts. Außerhalb der Landwirtschaft wurden im Juni in den USA unter dem Strich insgesamt nur 18.000 Stellen geschaffen. Erwartet worden war von Analysten aber ein Plus von 90.000.

Der Dax, der vor Veröffentlichung der Zahlen noch bis auf 7523 Punkte gestiegen war, gab die Gewinne im Sekundentakt vollständig ab. Zum Handelsschluss notierte der deutsche Leitindex schließlich mit 7402 Punkten 0,9 Prozent unter seinem Vortagesstand.

In Reaktion auf die Daten zog der Bund-Future um 146 Ticks auf 127,42 Zähler an. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 2,838 Prozent. Der Euro fiel zwischenzeitlich über einen US-Cent auf ein Tagestief von 1,4207 Dollar zurück, erholte sich aber schnell wieder und notierte zuletzt mit 1,4266 Dollar.

Zu den gesuchten Werten im Dax zählten die Aktien der Deutschen Börse, die mit einem Plus von 0,8 Prozent ihren Aufwärtstrend fortsetzten. Bereits am Donnerstag hatten sie davon profitiert, dass die Aktionäre des Konkurrenten Nyse Euronext die Fusion beider Börsenbetreiber billigten. Das noch ausstehende Votum der Anteilseigner der Deutschen Börse via Aktientausch sollte nach Einschätzung der Commerzbank nun kein Problem mehr sein.

Am Dax-Ende verloren RWE wegen erneuter Ängste vor einer Kapitalerhöhung vier Prozent. Um die Bonitätseinstufung bei den Ratingagenturen nicht zu gefährden, werde mit dem Aufsichtsrat unter anderem über eine derartige Maßnahme beraten, sagte Konzernchef Jürgen Grossmann.

Die Sorge um eine Ausweitung der europäischen Schuldenkrise traf vor allem die Finanzwerte. Commerzbank und Deutsche Bank fielen um 2,1 respektive 2,2 Prozent. Talwärts ging es zudem für die Titel der Metro. Sie verbilligten sich um 2,6 Prozent, nachdem die Analysten von Bofa/Merrill Lynch sich skeptisch zu den Gewinn- und Umsatzzielen des Konzerns geäußert hatten. Sie setzten das Papier auf „Untergewichten“ von „Neutral“ und senkten das Kursziel von 52,50 auf 42,00 Euro.

Vossloh brachen um 8,2 Prozent ein. Der Bahntechnikkonzern erlitt einen herben Rückschlag. Wegen Projektverzögerungen in China und Russland sowie mauer Geschäfte in Südeuropa kassierte der Konzern seine Prognosen für 2011 und 2012.