EU-Vergleich

Nur in Dänemark ist Strom teurer als in Deutschland

Hemmungslose Abzocke: In Deutschland ist Strom 46 Prozent teurer als im EU-Schnitt. Brüssel macht mangelnden Wettbewerb dafür verantwortlich.

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In keinem Land Europas – mit Ausnahme Dänemarks – müssen die Verbraucher so viel für ihren Strom bezahlen wie in Deutschland. Dies geht aus den jüngsten Daten des Europäischen Statistikamtes (Eurostat) hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurden.

Demnach kosteten 100 Kilowattstunden in Deutschland in der zweiten Jahreshälfte 2010 durchschnittlich 24,38 Euro. Zum Vergleich: Die Briten zahlen 14,49 Euro, die Franzosen 12,89 Euro und unsere niederländischen Nachbarn 16,96 Euro. Der EU-Durchschnittspreis für 100 Kilowattstunden liegt bei 17,08 Euro – die deutschen Preise liegen um 46 Prozent höher.

Als Grund für die hohen Strompreise nennen Experten und die Brüsseler EU-Kommission den mangelnden Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt. Alle Versuche, den Markt zu liberalisieren, waren bisher nur mäßig erfolgreich – die politischen Widerstände waren zu groß.

Bei den Gaspreisen liegt Deutschland im europäischen Durchschnitt. Der Durchschnittspreis pro Gigajoule beträgt 15,86 Euro (EU: 15,88 Euro). Spitzenreiter bei den Gaspreisen sind Schweden (30,33 Euro) Dänemark (30,11 Euro) und Italien (21,87 Euro).