Börsen-Bericht

Gute Daten vom US-Arbeitsmarkt locken Anleger an

Die überraschend gute Entwicklung des US-Arbeitsmarkts hat dem Dax ins Plus verholfen. Kalt ließ die Aktionäre die Zinserhöhung der EZB.

Überraschend gute Zahlen vom US-Arbeitsmarkt haben die Dax-Anleger aus der Reserve gelockt. In der Privatwirtschaft der USA stieg die Zahl der Jobs um 157.000. Von Reuters befragte Analysten hatten bei den ADP-Daten mit einem Plus von lediglich 68.000 gerechnet.

Auch die Zahl der Erstanträge ging deutlich zurück. „Das lässt hoffen, dass auch der am Freitag anstehende Arbeitsmarktbericht der Regierung besser ausfällt als erwartet“, sagte ein Händler. Der Dax stieg nach Veröffentlichung der Daten in der Spitze um 1,1 Prozent und schloss 0,5 Prozent fester bei 7471 Zählern. Auch die Wall Street verzeichnete zum Handelsschluss in Europa Gewinne. Der EuroStoxx gewann 0,5 Prozent.

Die Zinserhöhung durch die EZB ließ die Anleger am deutschen Aktienmarkt weitestgehend kalt. „Das hat niemanden umgehauen“, sagte ein Börsianer. Wie erwartet hat die Notenbank den Schlüsselzins für die Euro-Zone im Kampf gegen die Inflation von1,25 auf 1,5 Prozent hochgeschraubt. Es ist die zweite Erhöhung in diesem Jahr.

Weit oben auf der Dax-Gewinnerliste standen die Aktien der Deutschen Börse. Die Aussicht auf einen erfolgreichen Zusammenschluss mit der Nyse Euronext trieb die Papiere auf den höchsten Stand seit knapp fünf Wochen. Sie verteuerten sich zeitweise um 2,6 Prozent auf 54,63 Euro.

Vorläufigen Ergebnissen zufolge sind die meisten Nyse-Aktionäre für den Zusammenschluss zum weltgrößten Börsenkonzern , wie der US-Konzern auf einer außerordentlichen Hauptversammlung mitteilte. „Der Deal ist wegen möglicher regulatorischer Hürden zwar noch nicht perfekt, aber für die Deutsche Börse sind das erst einmal gute Nachrichten“, sagte ein Händler.

Beliebt waren auch SAP, die sich um 3,5 Prozent auf 43,55 Euro verteuerten. „Das ist die Bekräftigung der Empfehlung durch Morgan Stanley“, sagte ein Händler. Nach Einschätzung der Analysten hat SAP ein solides Quartal hinter sich gebracht. Auch UBS äußerte sich Händlern zufolge positiv und bestätigte seine Kaufempfehlung.

Wichtiges Thema am Markt war auch die Platzierung eigener Aktien von ThyssenKrupp. Für rund 1,6 Milliarden Euro stieß der Stahlriese ein Aktienpaket von 9,6 Prozent ab. Der neue ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger will damit den Schuldenabbau vorantreiben. Den Angaben zufolge sind die Papiere zu 32,95 Euro je Aktie vor allem an institutionelle Anleger aus dem In- und Ausland verkauft worden. Händler hatten die Spanne zuvor mit 32,95 bis 33,95 Euro beziffert. „Das Placement soll nicht so gut gelaufen sein“, sagte ein Marktteilnehmer. ThyssenKrupp waren mit einem Abschlag von 5,2 Prozent auf 32,96 Euro größter Dax-Verlierer.

Den Rückwärtsgang legten auch die Aktien von Adidas ein, was ein Händler auf enttäuschende Zahlen der chinesischen Li Ning zurückführte. Der Sportwaren-Hersteller hatte einen Umsatzrückgang und sinkende Gewinnmargen angekündigt. Adidas fielen in der Spitze um 1,9 Prozent und schlossen 0,3 Prozent schwächer bei 55,80 Euro.

Im MDax gewannen Gildemeister nach ihren jüngsten Verlusten wieder an Boden. Die Aktien des Werkzeugmaschinenbauers arbeiteten sich mit einem Plus von 4,1 Prozent auf 14,65 Euro an die Spitze des Nebenwerteindex vor. An den vergangenen beiden Tagen hatten Gildemeister mehr als sieben Prozent an Wert verloren – so viel wie im gesamten vergangenen Monat. Die Abwärtsbewegung sei übertrieben gewesen, daher sollten die Papiere sich jetzt wieder stabilisieren, sagte ein Händler.