Börsen-Bericht

Dax steigt vor der Zinsentscheidung der EZB

Vor der für Mittag erwarteten Anhebung des Leitzinses kaufen Anleger Aktien. Der Euro zeigt sich vor EZB-Zinsentscheidung kaum verändert.

Vor neuen US-Konjunkturdaten und der Zinsentscheidung der EZB haben die Anleger deutsche Aktien gekauft. Der Dax kletterte im Anfangsgeschäft um 0,4 Prozent auf 7461 Zähler. Angesichts der am Mittag erwarteten US-Daten sowie der Pressekonferenz von EZB-Chef Jean-Claude Trichet ab 14.30 Uhr dürfte der Umsatz bis dahin aber gering bleiben.

Im Fokus standen im frühen Handel die Aktien von ThyssenKrupp, die um 5,6 Prozent auf 32,80 Euro einbrachen. Der Stahlriese hatte am Vorabend zur Reduzierung seiner Schulden eine milliardenschwere Platzierung eigener Aktien angekündigt. Laut Bankern liegt die indikative Preisspanne etwa bei 32,95 bis 33,95 Euro.

Die Aktienmärkte in Asien haben sich dagegen uneinheitlich präsentiert. Während die Anleger in Tokio die Kursralley der letzten Tage beendeten und Gewinne mitnahmen, setzten Investoren in China darauf, dass die Zentralbank nach der erneuten Zinserhöhung, die Zügel in der Geldpolitik nun erst einmal nicht weiter strafft. Vor dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) behauptete sich der Euro.

Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte ging mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 10.071 Punkte aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix-Index gab 0,35 Prozent auf 870 Zähler nach. Analysten zufolge ist der Aufwärtstrend aber nicht gebrochen. „Wir rechnen mit weiteren Ralleys, da viele davon ausgehen, dass die Quartalsergebnisse besser ausfallen als erwartet“, sagte Hiroishi Nishi von SMBC Nikko Securities.

Samsung erwartet Gewinnrückgang

In Taiwan und Shanghai gaben die Märkte ebenfalls nach. In Singapur, Südkorea, und Hongkong ging es dagegen nach oben. Dabei legten Aktien auf breiter Front zu. Lediglich der Technologiesektor präsentierte sich schwach. Samsung Electronics führte den Abwärtstrend an. Der südkoreanische Konzern rechnet im zweiten Quartal mit einem drastischen Gewinnrückgang. Zudem teilte der weltweit größte Hersteller von Speicherchips und Flachbildschirmen mit, dass der operative Gewinn von April bis Juni voraussichtlich um 26 Prozent gesunken sei. Die Aktie gab zwei Prozent nach.

In Tokio standen Energieaktien im Mittelpunkt, nachdem die Regierung Stresstests für alle Atomkraftwerke erwägt, um das Vertrauen der Bevölkerung in die Atomenergie nach der Katastrophe von Fukushima wieder zu stärken. Die Aktien von Kansai Electric Power gaben 8,4 Prozent nach, die von Kyushu Electricy 7,5 Prozent. Die Anteilsscheine des Betreibers des Katastrophenreaktors Fukushima, Tepco, fielen 3,4 Prozent.

Viele Investoren hielten sich zurück, weil sie auf weitere Aufschlüsse über den Zustand der US-Wirtschaft warteten, sagte Yutaka Miura, Analyst bei Mizuho Securities. Am Freitag stehen Daten zum US-Arbeitsmarkt an. Zuvor entscheidet aber noch die EZB über eine Zinserhöhung. Experten rechnen mit einer weiteren Anhebung um einen Viertelprozentpunkt auf 1,5 Prozent.

Der Euro kostete 1,4331 Dollar nach 1,4316 im späten Handel in New York. Die Märkte hätten die europäische Schuldenkrise weiter im Blick, auch wenn die Wall Street die drastische Herabstufung Portugals durch Moody's am Mittwoch abgeschüttelt habe, hieß es. Der Dollar könnte aber unter Druck geraten, sollten die USA ihre eigenen Schuldenprobleme nicht in den Griff bekommen.