Börsen-Bericht

Dax-Anleger trennen sich von Finanzwerten

Nach der Herabstufung Portugals durch Moody's sind deutsche Staatsanleihen gefragt. Anleger trennen sich von Banken. Commerzbank ist das Schlusslicht.

Die Moody's-Schelte für Portugal und die Erhöhung der chinesischen Leitzinsen verpassten dem deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte einen Dämpfer. Die guten Nachrichten aus der deutschen Industrie stützten den Dax dagegen nur kurz. Dank der lebhaften Nachfrage aus dem Inland waren die Bestellungen im Mai im Vergleich zum Vormonat um 1,8 Prozent gestiegen, während Analysten im Schnitt mit einem Rückgang um ein halbes Prozent gerechnet hatten.

Auf das Zahlenwerk reagierte der Leitindex mit einem Anstieg auf 7450 Zähler. Im Verlauf rückten aber die Nachrichten aus China und Portugal wieder in den Vordergrund und drückten den Dax bis zum Handelsschluss um 0,1 Prozent ins Minus auf 7431 Punkte.

Deutsche Staatsanleihen waren nach der Herabstufung Portugals einmal mehr als sicherer Hafen gesucht. Der Bund-Future stieg kräftig um 77 Ticks auf 126,39 Punkte. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 2,941 Prozent. Die europäische Schuldenkrise hatte auch den Devisenmarkt fest im Griff. Der Euro verlor zuletzt auf 1,4332 Dollar. Noch Anfang der Woche hatte die Gemeinschaftswährung im Hinblick auf die erwartete Zinserhöhung in der Euro-Zone über 1,45 Dollar notiert.

Finanzwerte standen nach den Moody's-Aussagen europaweit unter Druck. Aktien der Commerzbank büßten als Dax-Schlusslicht drei Prozent ein, während Deutsche Bank um 1,1 Prozent zurückfielen. Für die Papiere der Aareal Bank ging es um 4,9 Prozent nach unten. Spekulationen, wonach der US-Chemieriese DuPont bei Lanxess einsteigen wolle, trieben die Aktie des Spezialchemiekonzerns mit einem Plus von 2,5 Prozent an die MDax-Spitze. Papiere von Klöckner & Co erhielten ebenfalls von Übernahmegerüchten Auftrieb und verteuerten sich um 0,9 Prozent.

Händlern zufolge soll der US-Konzern Reliance Steel an dem Unternehmen interessiert sein. Eine Senkung des Kursziels durch Goldman Sachs ließ die Aktie von Aixtron um 4,9 Prozent einbrechen. Die Experten sehen einen schwachen Abnehmermarkt für die Aixtron-Anlagen zur Herstellung von Leuchtdioden und rechnen 2012 mit einem Umsatzrückgang von vier Prozent.

Dagegen folgten Anleger einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank und griffen bei Stratec zu. Die Aktien des Biotechzulieferers rückten mit plus 4,4 Prozent an die TecDax-Spitze vor. Die Umsatz-Aussichten seien gut und weitgehend unabhängig von der Konjunkturentwicklung, schrieben die Analysten und nahmen die Papiere mit „Kaufen“ und einem Kursziel von 40 Euro in die Bewertung auf.