Börsen-Bericht

Dax legt vor EZB-Zinsentscheid leicht zu

Im Vorfeld von EZB-Zinsentscheid und Konjunkturmeldungen aus den USA sind die Anleger noch vorsichtig. Der Markt könnte schnell drehen.

Vor neuen US-Konjunkturdaten und der Zinsentscheidung der EZB haben sich Europas Aktienanleger am Donnerstag vorsichtig aus der Deckung getraut. Der Dax zog bei geringen Umsätzen um 0,5 Prozent auf 7468 Punkte an.

Auch die meisten anderen großen europäischen Börsen präsentierten sich im Plus. „Ich würde das aber nicht überbewerten, das kann bei neuen Hiobsbotschaften rasch wieder drehen“, sagte ein Händler. Am Vortag hatte die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Portugals auf Ramschniveau durch die US-Ratingagentur Moody's die Anleger noch verstimmt.

Von der erwarteten Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) um 25 Basispunkte auf 1,5 Prozent wurden keine neuen Impulse erwartet. „Die Pressekonferenz von Trichet wird dagegen von den Anlegern auf Hinweise über die nächste Zinserhöhung abgeklopft werden“, erklärte ein Analyst.

EZB-Chef Jean-Claude Trichet erläutert die Zinsentscheidung ab 14.30 Uhr vor der Presse. Kurz zuvor werden aus den USA neue Daten vom Arbeitsmarkt veröffentlicht: Neben der Statistik zu den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe stehen die Erhebungen des privaten Dienstleisters ADP über den Arbeitsmarkt im Fokus.

Analysten rechnen im Schnitt mit einem Stellenzuwachs von 68.000. Sollten die Daten bestätigen, dass die US-Konjunktur nun doch aus der Talsohle herauskommt, könnte es mit dem Dax weiter nach oben gehen, erklärten Händler.

Hauptthema am Markt war die Platzierung eigener Aktien von ThyssenKrupp. Der Stahlriese hofft, damit 1,7 Milliarden Euro einzunehmen. Laut Bankern liegt die indikative Preisspanne etwa bei 32,95 bis 33,95 Euro. ThyssenKrupp fielen um fünf Prozent auf 32,97 Euro. „Das zeigt, dass das Placement nicht ganz so toll läuft, denn damit wären wir am unteren Ende der Preisspanne“, kommentierte ein Händler.

Ebenfalls wenig gefragt waren die Aktien von Adidas, was ein Händler auf enttäuschende Zahlen der chinesischen Li Ning zurückführte. Der Sportwaren-Hersteller hatte einen Umsatzrückgang und sinkende Gewinnmargen in Aussicht gestellt. Adidas fielen um 1,3 Prozent auf 55,25 Euro.

Ganz oben auf der Dax-Gewinnerliste standen dagegen die Aktien von SAP mit einem Plus von 1,8 Prozent auf 42,84 Euro. „Das ist die Bekräftigung der Empfehlung durch Morgan Stanley“, sagte ein Händler. Nach Einschätzung der Analysten hat SAP ein solides Quartal hinter sich gebracht. Auch UBS äußerte sich Händlern zufolge positiv und bestätigte seine Kaufempfehlung.

Ein neuer Absatzrekord verhalf den Aktien von BMW mit einem Plus von 1,3 Prozent in die Dax-Spitze. VW und Daimler konnten mit ihren Absatzzahlen für die Marken Audi und Mercedes dagegen nicht so stark überzeugen: VW-Aktien lagen 0,9 Prozent, Daimler 0,7 Prozent im Plus.

Im MDax verloren Fielmann-Aktien nach der Vorlage von Zahlen rund ein Prozent. Analysten zeigten sich etwas enttäuscht und sprachen von einer Stagnation bei der Optikerkette. Im TecDax profitierten Evotec von der Kooperation mit dem belgischen Pharmakonzern UCB und legten fünf Prozent zu. Auch UCB stiegen an der Börse in Brüssel um 1,9 Prozent.