Wall Street

US-Börsen drehen trotz Euro-Schuldenkrise ins Plus

Die Wall Street hat am Mittwoch wieder Gewinne verzeichnet. Die starke Herabstufung Portugals durch die Rating-Agentur Moody's beirrte die Anleger nicht.

Anleger an den US-Börsen haben am Mittwoch unbeirrt von der drastischen Herabstufung von Portugal durch die Rating-Agentur Moody's zugegriffen. Nach anfänglichen Kursverlusten aus Sorge über eine Ausweitung der europäischen Schuldenkrise drehten die Leitindizes ins Plus.

Auch die dritte Zinserhöhung in China in diesem Jahr drückte nur zu Anfang auf die Stimmung an der Wall Street. Die Gewinne wurden von Transportwerten angeführt, während viele Banktitel wegen der Sorgen über die Schuldenkrise nachgaben.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,5 Prozent höher bei 12.626 Punkten. Im Handelsverlauf hatte er zwischen 12.539 und 12.643 Punkten gependelt. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,1 Prozent auf 1339 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,3 Prozent auf 2834 Stellen zu. In Frankfurt ging der Dax mit einem Abschlag von 0,1 Prozent bei 7431 Stellen aus dem Handel.

Moody's hatte die Kreditwürdigkeit Portugals am Dienstag gleich um vier Stufen auf „Ba2“ heruntergestuft und den Ausblick auf „negativ“ gesetzt. „Die europäische Schuldenkrise dauert an, die Probleme sind nicht gelöst“, sagte Analyst Frank Lesh von FuturePath Trading. „Wir wollen vielleicht eine schnelle Lösung, aber es gibt keine.“

Transport-Werte klettern kräftig

Im Branchenvergleich schnitten die Transport-Werte am besten ab: Der Dow-Jones-Index für die als Konjunkturbarometer geltende Branche kletterte auf ein Allzeithoch. So legten die Aktien von FedEx um 1,3 Prozent zu, UPS gewann ein Prozent. Zu den Gewinnern gehörten auch die Titel des Chemieriesen Dupont, die sich um zwei Prozent verbesserten.

Wie in Europa gerieten auch an der Wall Street wegen der Sorge um die Schuldenkrise Finanzwerte unter Druck. Die Aktien der Bank of America fielen um mehr als zwei Prozent, die der Citigroup um gut ein Prozent.

Die weitere Straffung der chinesischen Geldpolitik im Kampf gegen eine vergleichsweise hohe Inflation bremste ebenfalls den Aufwärtstrend. Anleger befürchten eine Abkühlung der zweitgrößten Volkswirtschaft, die sich zuletzt immer stärker als Konjunkturlokomotive rund um den Globus erwiesen hatte. „Der Schritt wurde zwar erwartet, aber er ist nicht positiv“, sagte Börsenexperte Lesh. „Vielleicht verleitet er nicht zum Verkaufen, aber er regt definitiv nicht zum Kaufen an.“

Auch von der Konjunktur erhielten die Indizes keine Rückendeckung: Das Wachstum der US-Dienstleister verlor im Juni unerwartet deutlich an Tempo. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) fiel auf 53,3 Punkte von 54,6 Zählern im Mai. Analysten hatten im Schnitt mit 54 Punkten gerechnet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,82 Milliarden Aktien den Besitzer. 1668 Werte legten zu, 1282 gaben nach und 136 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,65 Milliarden Aktien 1443 im Plus, 1113 im Minus und 136 unverändert.