Börsen-Bericht

Dax schiebt sich wieder in die Gewinnzone

Äußerungen der Ratingagentur S&P zu Griechenland sorgen für Verwirrung. MAN verliert nach Übernahme durch Volkswagen.

Der Optimismus der Anleger am deutschen Aktienmarkt hat auch in der neuen Woche angehalten. Der Dax schloss 0,3 Prozent höher bei 7442,96 Zählern und legte damit den fünften Börsentag in Folge zu. In der vergangenen Woche hatte die Aussicht auf eine Abwendung der Staatspleite Griechenlands dem Leitindex bereits einen Kurszuwachs von mehr als vier Prozent beschert.

Die Finanzminister der Euro-Zone hatten am Wochenende die nächste Milliarden-Hilfstranche für das hoch verschuldete Land freigegeben. „Europas Märkte präsentieren sich sehr viel freundlicher als noch vor einer Woche“, sagte Händler Darren Sinden von Silverwind Securities. „Die Bären (von sinkenden Kursen ausgehende Anleger) sind an die Seitenlinie verbannt worden.“

Für Irritationen hatte am Montagmorgen zunächst S&P gesorgt : Die beiden französischen Vorschläge für die Verlängerung von Laufzeiten griechischer Staatsanleihen könnten als teilweiser Zahlungsausfall gewertet werden, erklärte die Ratingagentur. Der EuroStoxx50 schloss 0,2 Prozent schwächer.

Kursabschläge bei den Banken führten Händler allerdings eher auf Gewinnmitnahmen zurück. Deutsche Bank verloren 0,6, die Commerzbank retteten sich nach anfänglichen Verlusten noch mit 0,7 Prozent ins Plus. Die Aktien hatten an den vergangenen fünf Handelstagen jeweils knapp sechs beziehungsweise 8,6 Prozent gewonnen.

nsgesamt verlief der Dax-Handel in ruhigen Bahnen, da die Börsen in den USA wegen des amerikanischen Unabhängigkeitstages geschlossen blieben.

Zum neuen Optimismus an den Aktienmärkten trugen zu Wochenbeginn auch die Einschätzungen von Großbanken bei: Die UBS erhöhte ihre Jahresprognose für mögliche Übernahmen mit einem Wert von einer Milliarde Euro oder mehr auf 95 bis 105 statt wie bisher 70 bis 80. Als mögliche Übernahmeziele auf dem deutschen Markt nannte die Bank Beiersdorf und Klöckner & Co. Die Deutsche Bank nahm ihren taktischen Ausblick für Aktien zugleich auf „positiv“ herauf. Auch die Analysten von JP Morgan empfahlen Aktienanlegern, sich infolge abnehmender Risiken im Juli wieder stärker hervorzuwagen.

MAN nach Übernahme durch VW Schlusslicht

Größter Dax-Gewinner war K+S mit einem Aufschlag von 2,5 Prozent auf 54,80 Euro. Händler machten dafür einen positiven Analystenkommentar von Goldman Sachs verantwortlich. Die Analysten fügten die Aktien den Angaben zufolge zur „conviction buy list“ hinzu und erhöhten das Kursziel auf 83 von 75 Euro. Die steigenden Kalipreise infolge einer starken Nachfrage lägen über den Markterwartungen, zitierten Händler aus der Goldman-Studie.

Auf der Gewinnerseite fanden sich auch Bayer wieder, die um 1,4 Prozent auf 56,43 Euro zulegten. Ein Erfolg auf dem lukrativen Markt für Schlaganfall-Medikamente hat dem Pharmakonzern Auftrieb gegeben. Die US-Gesundheitsbehörde genehmigte am Freitag das Mittel Xarelto, das Bayer gemeinsam mit seinem US-Partner Johnson & Johnson auf den Markt gebracht hat.

Das Nachsehen hatten zum Wochenauftakt MAN , die sich um 2,1 Prozent auf 93,30 Euro verbilligten. Volkswagen hat den Münchener Lkw-Bauer unter seine Kontrolle gebracht und verfügte nach Ablauf der Annahmefrist für das Pflichtangebot über 55,90 Prozent der Stimmrechte an MAN.

VW gehörten zum Börsenschluss mit einem Plus von 2,1 Prozent dagegen zur Dax-Spitzengruppe. Dazu trug Händlern zufolge auch die gute Stimmung in der Branche dank einer anhaltend starken Nachfrage vor allem aus den Schwellenländern bei. Der europäische Branchenindex gewann 1,6 Prozent. BMW legten um 1,6 Prozent auf 68,82 Euro zu, Daimler verteuerten sich um 1,5 Prozent auf 52,35 Euro.