Börsen-Bericht

Gute US-Konjunkturdaten geben dem Dax einen Schub

Der US-Einkaufsmanager-Index steigt überraschend an. Bank-Aktien notieren nach Einigung auf Griechenland-Hilfen im Plus.

Nach überraschend guten Konjunkturdaten aus den USA ist der Dax durchgestartet. Der Leitindex schloss 0,6 Prozent fester bei 7419 Zählern. In der abgelaufenen Woche kommt das deutsche Börsenbarometer damit auf ein Plus von mehr als vier Prozent.

Beflügelt wurden die Aktienmärkte in dieser Woche vor allem durch das Ja des griechischen Parlaments zu den Sparplänen der Regierung. Damit haben die Abgeordneten den Weg für weitere Hilfsgelder der EU und des IWF frei gemacht. Zum Wochenschluss sorgte jedoch vor allem die überraschend an Fahrt aufgenommene US-Industrie noch einmal für Freudensprünge. Der viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager stieg auf 55,3 von 53,5 Punkten im Vormonat. Experten hatten dagegen im Schnitt mit einem Rückgang auf 51,8 Punkte gerechnet.

„Es scheint so, als ob sich die Stimmung in der US-Industrie wieder stabilisiert“, schrieb Postbank-Analyst Thilo Heidrich in einem Kommentar. Die US-Börsen lagen zum Handelsschluss in Europa deutlich im Plus.

Kursgewinne verbuchten vor allem die Banken- und Versicherungswerte , nachdem sich Branchenvertreter mit der Bundesregierung auf eine Beteiligung der Finanzinstitute an Hilfen für Griechenland geeinigt hatten. Commerzbank verteuerten sich um sechs Prozent und waren damit Spitzenreiter im Dax. Die Deutsche Bank legte um 2,6 und die Allianz um 1,1 Prozent zu. Der europäische Bankenindex kletterte um 2,7 Prozent in die Höhe.

Axel Weber geht zur UBS

In Zürich gewannen die Titel der UBS 2,4 Prozent. Der als Nachfolger von Deutsche-Bank-Vorstandschef Josef Ackermann gehandelte ehemalige Bundesbankpräsident Axel Weber soll 2013 Präsident der Schweizer Großbank UBS werden.

MAN arbeiteten sich ebenfalls in die Favoritengruppe des Dax vor. Nach dem Auslaufen des Pflichtangebots von Volkswagen in dieser Woche legten die Titel um 3,6 Prozent auf 95,30 Euro zu. Seit Bekanntgabe der VW-Offerte hatten die Titel des Lkw-Bauers 6,2 Prozent nachgegeben. Kreisen zufolge hat sich VW einen Anteil von mehr als 50 Prozent an MAN gesichert. Zum Auslaufen des Pflichtangebots am Dienstagabend verfügte VW über einen Stimmrechtsanteil von rund 33 Prozent an MAN. Die Aktien von VW gingen mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 142,80 Euro aus dem Handel.

Größte Verlierer im Dax waren die Titel von ThyssenKrupp , die um 1,6 Prozent auf 35,28 Euro nachgaben. Entgegen den ursprünglichen Plänen übernimmt der arabische Schiffbaukonzern Abu Dhabi Mar den zivilen Bereich der Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss nun doch nicht, wie der Eigner ThyssenKrupp mitteilte. „Ob die finanziellen Auswirkungen so groß sein werden, bleibt abzuwarten, aber für die Stimmung ist das negativ“, sagte ein Händler. Das Scheitern könnte die Restrukturierung bei ThyssenKrupp ins Stocken bringen.

BMW wurden von einer Herunterstufung durch die Analysten der Banco Santander ausgebremst. Die Papiere hätten nur noch wenig Aufwärtspotenzial, nachdem sie in den vergangenen zwölf Monaten 77 Prozent an Wert gewonnen hätten, zitierten Händler die Analysten. Die Aktien, die auf „Underweight“ von „Buy“ gesetzt wurden, verloren 1,5 Prozent. Daimler gaben 0,6 Prozent nach.

Im MDax wurden Praktiker abgestraft. Nach einer Gewinnwarnung kurz vor Handelsschluss rutschten die Titel der Baumarktkette um 18,3 Prozent auf 4,78 Euro ab und waren damit so billig wie seit Ende April 2009 nicht mehr.