Börsen-Bericht

Dax legt nach einem Anstieg Verschnaufpause ein

Nur die Finanzwerte gewinnen nach der Einigung über die Beteiligung der deutschen Banken an der Griechenlandhilfe. Geplatzter Werftverkauf belastet ThyssenKrupp.

Nach der Kursrally der vergangenen beiden Tage hat der Dax eine Verschnaufpause eingelegt. Am Mittag notierte der deutsche Leitindex 0,1 Prozent im Plus bei 7384 Zählern. Am Donnerstag hatte das endgültige Ja des griechischen Parlaments zu den Sparplänen der Regierung die Aktienmärkte beflügelt und den Dax um 1,1 Prozent steigen lassen. Im ersten Halbjahr hat das Börsenbarometer um 6,7 Prozent zugelegt.

Vor dem langen Wochenende in den USA wegen der Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli rechnen Börsianer mit nur wenigen Impulsen am Markt. „Wir haben zuletzt einen ordentlichen Schluck aus der Pulle genommen, aber jetzt fehlt die Lust, weiter zu kaufen“, sagte ein Händler. Einem anderen Börsianer zufolge sei es wichtig, zum Handelsschluss die Marke von 7320 Zählern als wichtige Unterstützungslinie gehalten werde, um in der kommenden Woche auf weiter steigende Kurse setzen zu können.

Impulse könnten am Nachmittag neue US-Konjunkturdaten liefern, nachdem der Chiacgoer Einkaufsmanagerindex am Vortag besser ausgefallen war als erwartet. Ihr Augenmerk dürften Anleger vor allem auf den nationalen Einkaufsmanagerindex richten. Analysten prognostizieren einen Rückgang im Juni auf 51,8 (Mai: 53,5) Punkte.

Finanzwerte profitieren von Einigung über Griechenland-Hilfe

Größte Dax-Verlierer waren die Titel von ThyssenKrupp, die um 1,2 Prozent auf 35,42 Euro nachgaben. Entgegen den ursprünglichen Plänen übernimmt der arabische Schiffbaukonzern Abu Dhabi Mar den zivilen Bereich der Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss nun doch nicht, gab der Eigner ThyssenKrupp bekannt. „Ob die finanziellen Auswirkungen so groß sein werden, bleibt abzuwarten, aber für die Stimmung ist das negativ“, sagte ein Händler. Das Scheitern der Gespräche mit Abu Dhabi Mar könnte den Prozess der Restrukturierung bei ThyssenKrupp ins Stocken bringen.

Die Aktien von BMW verloren 1,1 Prozent auf 68,04, nachdem die Banco Santander die Papiere Händlern zufolge auf „underweight“ von „buy“ heruntergestuft hatte.

Auf der Gewinnerseite standen Banken- und Versicherungswerte weit oben, nachdem sich Branchenvertreter mit der Bundesregierung auf eine Beteiligung der Finanzinstitute an Hilfen für Griechenland geeinigt hatten . Commerzbank führten die Liste mit einem Plus von 2,1 Prozent auf 3,03 Euro an, gefolgt von der Allianz, die sich um 0,9 Prozent verteuerten. Die Anteilsscheine der Deutschen Bank stiegen um 0,8 Prozent.

Der als Nachfolger von Deutsche-Bank-Vorstandschef Josef Ackermann gehandelte ehemalige Bundesbankpräsident Axel Weber soll 2013 Präsident der Schweizer Großbank UBS werden. In Zürich legten die Titel der UBS 0,6 Prozent auf 15,42 Franken zu.

Im MDax standen Leoni im Fokus, die im Zuge der am Donnerstagabend bekanntgegebenen Kapitalerhöhung 5,2 Prozent auf 38,74 Euro verloren. Trotz des Abschlags zeigten sich Börsianer zuversichtlich, dass die Titel bald wieder Boden gutmachen werden. In den vergangenen zwölf Monaten sind die Anteilsscheine um 139 Prozent gestiegen.

Auf der Verliererseite standen zudem Kabel Deutschland mit einem Minus von 1,1 Prozent auf 41,93 Euro. Der Investor Providence trennte sich komplett von seinen rund 20 Millionen Aktien an dem Kabelbetreiber zum Preis von 41,10 Euro je Anteilsschein.

Am Tag der Hauptversammlung setzten sich ProSiebenSat.1 mit einem Aufschlag von 5,3 Prozent auf 20,59 Euro an die Spitze des Nebenwerte-Index. Der Medienkonzern hob seine Umsatzprognose für 2011 leicht an und bekräftigte seine Prognosen für das Nettoergebnis. Zudem will das Unternehmen bis 2015 unter anderem im internationalen TV-Segment, bei neuen Medien und Programmproduktionen zweistellig wachsen.