Strom-Discounter

Energieanbieter TelDaFax kämpft ums Überleben

Ein Sanierungsexperte übernimmt das Ruder bei Deutschlands größtem, unabhängigen Stromdiscounter und malt ein düsteres Bild.

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Deutschlands größter unabhängiger Energieanbieter TelDaFax kämpft ums Überleben. Der Schiesser-Sanierer Hans-Gerd Höptner soll den angeschlagenen Billigstromanbieter nun retten. Der Sanierungsexperte sagte bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als TelDaFax-Chef in Düsseldorf: „Die nächsten Wochen werden entscheidend für die Zukunft des Unternehmens sein.“ Nach Angaben Höptners ist der Strom-Discounter überschuldet und muss grundlegend restrukturiert werden.

TeleDaFax versorgt in Deutschland nach eigenen Angaben rund 800.000 Kunden mit Strom und anderen Dienstleistungen, steckt aber in gravierenden finanziellen Problemen. Grund dafür ist laut Höptner, dass TelDaFax Strom häufig billiger verkaufte, als es ihn einkaufte.

Berichte über Zahlungsprobleme des Strom-Discounter und eine Umstellung der Zahlungsmodalitäten hatten in den vergangenen Wochen bereits zu einer erheblichen Verunsicherung unter den Kunden geführt. Zeitweise seien bis zu 160.000 Briefe besorgter Kunden im Monat eingegangen, sagte der Manager. Höptner warb deshalb zwei Tage nach seinem Amtsantritt auch um Vertrauen. „Die Kunden werden weiter von uns beliefert. Sie müssen nicht befürchten, dass sie in die teuere Grundversorgung zurückfallen“, betonte er.

Allerdings müssen die TelDaFax-Kunden wohl in Zukunft mit höheren Preisen rechnen. Hier seien Anpassungen unausweichlich, sagte der Manager. Sein Ziel sei es, das Unternehmen mittelfristig in die Gewinnzone zu führen. Offen ließ Höptner, ob die rund 700 Beschäftigten mit einem Stellenabbau rechnen müssen. „Wenn das notwendig ist, dann machen wir das“, sagte er lediglich.

Suche nach Investoren läuft

Die Turbulenzen rund um den Strom-Discounter hatten vor wenigen Tagen zu einem überraschenden Eigentümerwechsel bei TelDaFax geführt. Seitdem gehört das Unternehmen zu 51 Prozent dem Finanzinvestor Sigma Citation Capital Strategies und zu 49 Prozent dem Fondsanbieter Debi Select.

Laut „Handelsblatt“ übernahmen die TelDaFax-Gläubiger das Unternehmen, um die Gelder zu retten, die sie dem Unternehmen in der Vergangenheit zur Verfügung gestellt hatten. Für sie soll nun Höptner das Unternehmen grundlegend sanieren. Zurzeit spielt der Manager allerdings noch den Feuerwehrmann und bemüht sich darum, mit den wesentlichen Netzbetreibern und Energielieferanten Regelungen für eine teilweise Stundung der aufgelaufenen Forderungen auszuhandeln.

Die neuen Eigentümer verhandeln unterdessen mit potenziellen Investoren, die dem Unternehmen zusätzliches Eigenkapital zur Verfügung stellen sollen. Er erwarte in den nächsten zwei bis drei Wochen eine Einigung, sagte der Höptner. Der 69-jährige Manager hat einen guten Ruf als Sanierer. Er wirkt unter anderem bei der Sanierung des Küchenherstellers Alno und des Unterwäscheherstellers Schiesser. Die Sanierung von TelDaFax bezeichnete er als „einen wirklich interessanten Fall“. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Klaus Bath bleibt als „einfacher“ Vorstand im Unternehmen.