Finanzkrise

Experten befürworten Zerschlagung von Großbanken

Einige Finanzinstitute sind so groß, dass deren Pleite weltweite Auswirkungen hätten. Finanzexperten fordern, diese Global Player zu beschränken.

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Finanzpolitiker aus Koalition und Opposition teilen die massive Kritik des Internationalen Währungsfonds (IWF) an den bisherigen Reformen der internationalen Finanzmärkte und fordern ebenfalls einen Neustart bei der Bankenregulierung, insbesondere eine Größenbeschränkung für Kreditinstitute. Die Analyse des IWF komme zum richtigen Zeitpunkt. "Wir dürfen auf nationaler und internationaler Ebene nicht nachlassen, die Arbeiten an einer leistungsfähigen Finanzmarktregulierung konsequent weiter voranzutreiben", sagte der finanzpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Klaus-Peter Flosbach, "Handelsblatt Online".

Auch der SPD-Finanzexperte Carsten Sieling plädierte dafür, Banken, die sich zu neuer Größe herausbilden, zu beschneiden. "Denn durch die Insolvenz einiger Banken oder Übernahmen sind die großen Player noch größer geworden, die Finanzkrise hat ein Mehr an too-big-to-fail-Fällen produziert", sagte Sieling. Dagegen würden pauschale Bilanzkürzungen kaum helfen. "Deshalb muss jetzt erneut ernst über den Vorschlag einer strikten Trennung zwischen riskantem Investmentgeschäft und dem sonstigen Bankgeschäft nachgedacht werden", forderte Sieling. So könnten gerade systemrelevante Institute aufgespalten werden.

Zudem müsse das Schattenbankensystem und damit vor allem die Hedgefonds deutlicher als bisher beschnitten werden und der gleichen Regulierung wie der sonstige Bankensektor unterworfen werden. Desweiteren schlägt der SPD-Politiker vor, den Finanzsektor insgesamt zu verkleinern. "Hochspekulative Aktivitäten müssen in ihrer Rentabilität ebenso beschränkt werden wie der High Frequency Trade", sagte er.