Geldpolitik

Chinesen machen Kredite für ihre Banken teurer

Das schnelle Wirtschaftswachstum und die Inflation machen China schwer zu schaffen. Die Notenbank zieht die Zügel weiter an.

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Im Kampf gegen die Überhitzung der Wirtschaft nimmt China die Banken stärker an die kurze Leine. Die Mindesteinlage, die Geldinstitute bei der Zentralbank halten müssen, steigt ab kommenden Donnerstag um einen halben Prozentpunkt, wie die Notenbank PBOC mitteilte.

Dies bedeutet, dass die Großbanken künftig 19,5 Prozent ihrer Kundengelder bei der PBOC parken müssen. Mit dem von Experten erwarteten Schritt wird die Kreditvergabe eingeschränkt, da die Institute das bei der Zentralbank hinterlegte Geld nicht verleihen können. Das soll den Preisanstieg in dem schnell wachsenden Schwellenland dämpfen. Zuletzt war die Teuerungsrate auf 4,9 Prozent angestiegen.

Die Notenbank kämpft bereits seit längerem gegen die steigende Inflation: Der jüngste Schritt ist bereits die fünfte Erhöhung der Mindestreserveanforderungen seit Oktober. Zudem hat die PBOC die Leitzinsen bereits drei Mal binnen vier Monaten angehoben, um Preisblasen – etwa am Immobilienmarkt - entgegenzuwirken.

Die erneute Straffung der Geldpolitik hat den Kupferpreis zeitweise gedrückt. Das Industriemetall verbilligte sich um bis zu 0,9 Prozent auf 9720 Dollar. China ist der weltweit größte Kupferverbraucher vor den USA. Auch der Ölpreis gab nach, da Investoren eine zu starke Abkühlung der chinesischen Wirtschaft fürchten.

Traditionell ist die Darlehensvergabe in China zu Jahresbeginn besonders hoch. Die Regierung in Peking macht den Instituten klare Vorgaben, wie viel Geld sie verleihen dürfen. Experten gehen davon aus, dass die Notenbank weitere Schritte einleiten wird: „Es ist möglich, dass die Mindestreserveanforderung weiter erhöht wird, doch der Spielraum dafür wird enger. Wir erwarten zudem eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr“, sagte Wang Hu von Guotai Junan Securities in Shanghai.