Formel 1

Rennstall Williams geht in Frankfurt an die Börse

Am 2. März wird der Formel-1-Rennstall seine Erstnotiz platzieren. Gründer Frank Williams will so die Unabhängigkeit der Firma sichern.

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Der britische Formel-1-Rennstall Williams will mit einem Börsengang in Frankfurt seine Unabhängigkeit sichern. Anleger können vom kommenden Mittwoch bis voraussichtlich 28. Februar Aktien des zweiterfolgreichsten Konstrukteurs von Rennwagen der weltgrößten Sportwagen-Rennserie zeichnen, wie Williams Grand Prix Holdings am Freitag mitteilte. Die Erstnotiz im schwach regulierten Entry Standard ist für den 2. März geplant. Gründer und Teamchef Frank Williams will bis zu 27,4 Prozent der Anteile abgeben, er selbst werde die Mehrheit an der 1977 gegründeten Firma behalten, hieß es. Zuletzt lagen wohl 63 Prozent der Anteile bei Frank Williams, 27 Prozent bei seinem Mitgründer Patrick Head. Seit 2009 hält der österreichische Rennfahrer und Investor Toto Wolff zehn Prozent.

An die Börse begleitet wird Williams von der Schweizer Bank am Bellevue und der Baader Bank. „Williams ist seit den Anfängen vor über 30 Jahren ein unabhängiger Konstrukteur in der Formel 1 geblieben. Ziel des Börsengangs ist es, eine dauerhafte Eigentümerstruktur für die Zukunft zu sichern“, hieß es in der Mitteilung. Der 68-jährige Frank Williams sitzt seit 1986 im Rollstuhl. „Mein Wunsch ist, dass das Team in guter Verfassung ist, um weiter Rennen zu fahren, auch wenn ich schon lange nicht mehr bin“, hatte Williams vor gut zwei Wochen gesagt, als er die Börsenpläne enthüllt hatte. Er habe aber keine Ansicht abzutreten.

„Die Firma erfreut sich finanziell guter Gesundheit“, hatte Chairman Adam Parr betont. Aus dem angepeilten Börsenplatz hatte Williams bisher ein Geheimnis gemacht.

Das Williams-Team aus dem britischen Grove hat zwischen 1980 und 1997 neunmal die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewonnen, der letzte Sieg in einem Rennen datiert allerdings aus dem Jahr 2004. Der letzte Williams-Weltmeister war 1997 Jacques Villeneuve. In der neuen Saison, die im März beginnt, fährt unter anderem der Brasilianer Rubens Barrichello für Williams.

Die Formel 1 gilt als äußerst lukrativ - allerdings nur für ihren Cheforganisator Bernie Ecclestone und den Finanzinvestor CVC, die die Betreibergesellschaft SLEC kontrollieren. Die Automobilhersteller, die die Rennsportserie dominieren, investieren teilweise dreistellige Millionenbeträge pro Jahr in die Sportwagen und deren Piloten.