Prozessauftakt

Börsenguru Frick gesteht Manipulation der Märkte

Gleich ein Geständnis zum Prozessauftakt: Der ehemalige TV-Moderator Markus Frick hat Fehlverhalten eingeräumt – und rechtfertigt sich mit Unkenntnis.

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Der wegen strafbarer Marktmanipulation angeklagte ehemalige N24-Börsenberater Markus Frick hat zum Prozessauftakt ein Geständnis abgelegt. Vor dem Landgericht Berlin räumte der 38-Jährige ein, sein „mittelbares Interesse“ an den von ihm empfohlenen Aktien den Anlegern gegenüber nicht offengelegt zu haben. Er habe dies damals nicht für erforderlich gehalten: „Wenn ich mich falsch verhalten habe und dies strafbar sein soll, übernehme ich dafür die Verantwortung“.

Dem Fernsehmoderator, Buchautor und Herausgeber verschiedener Börseninformationsdienste wird vorgeworfen, zwischen September 2005 und Juni 2007 in 49 Fällen in seinen per E-Mail vertriebenen Börsenbriefen an der Frankfurter Börse gehandelte Aktien, die er selbst hielt, empfohlen und dabei private wirtschaftliche Interessen verfolgt zu haben.

Daneben soll Frick den Anlegern wertlose Aktien empfohlen haben. Bei den Unternehmen handelte es sich den Angaben zufolge um Papiere der Rohstofffirmen Star Energy Corp., StarGold Mines Inc. und Russoil Corp., die er auch selbst besaß. Aufgrund von Fricks Empfehlungen sollen die Börsenkurse der Firmen zunächst auf Spitzenwerte gestiegen sein, bevor sie Mitte 2007 auf nahezu null abstürzten. Er bedauere es sehr, „wenn Anlegern aufgrund meiner Empfehlungen Nachteile entstanden sind“, sagte Frick vor Gericht. Dies habe er weder gewollt, noch sei es vorhersehbar gewesen. Er sei damals überzeugt gewesen, dass es sich bei den Rohstoffaktien um „gute Aktien“ handelte. Von deren Wertlosigkeit oder Minderwertigkeit habe er keine Kenntnis gehabt.

Erst nach dem Absturz der Russoil-Aktie sei ihm klar geworden, dass er „von zwei Herren aus den USA, die ich als seriöse Geschäftspartner kannte, instrumentalisiert wurde“. Heute halte er es für wahrscheinlich, dass die Kursentwicklung gezielt beeinflusst wurde, um Russoil auf den Markt zu bringen, sagte der Angeklagte. Laut Anklage hatten die zwei gesondert verfolgten Männer über Konten mehrerer in Panama beheimateter Unternehmen bei namhaften Banken in der Schweiz die wertlose Aktien in den Freiverkehr der Frankfurter Börse eingebracht, deren Wert später einbrach.

Nach Ermittlungen des Bundesamts für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatten 20.000 Anleger 760 Millionen Aktien der drei Unternehmen auf Empfehlung von Frick geordert. Viele Kleinanleger sollen dadurch alles verloren haben. Die Staatsanwaltschaft stellte 80 Mio. Euro sicher. Sie geht davon aus, dass es sich bei dem Geld um die aus dem so genannten Pump-and-Dump-Modell erzielten Verkaufserlöse handelt. Frick hat dies aber stets bestritten.

Er habe sich im vergangenen Jahr bemüht, die Nachteile der Anleger auszugleichen, sagte Frick. Er habe mit 867 Anlegern Vergleiche geschlossen und als „Ausgleich für deren Kursverluste“ insgesamt 4,6 Mio. Euro gezahlt. Frick ging 1999 mit einer Börsenhotline auf den Markt, arbeitete später als Coach, gab Seminare, veröffentlichte Ratgeberbücher und war bis Juni 2007 N24-Moderator.