Börsen-Bericht

Dax verteidigt Aufwärtstrend gegen Krisen

Der deutsche Leitindex hat sich im ersten Quartal 2011 trotz vieler Krisen behauptet. Das Ergebnis verdankt er vor allem einem starken Jahresauftakt.

Trotz zahlreicher Krisen rund um den Globus hat der Dax im ersten Quartal seinen Aufwärtstrend des vergangenen Jahres verteidigt. In den ersten drei Monaten legte der deutsche Leitindex 1,8 Prozent zu. Das Quartalsplus verdankt das deutsche Börsenbarometer allerdings zum großen Teil einem rasanten Jahresauftakt, als er auf ein Drei-Jahres-Hoch von 7441 Punkten geklettert war.

Doch auch die Abschläge seit der Erdbeben-Katastrophe in Japan am 11. März hat der Dax schon nahezu wieder ausgeglichen und liegt nur noch 22 Punkte unter seinem Schlussstand vom 10. März. Am Donnerstag beendete der Leitindex den Handel mit einem leichten Minus von 0,2 Prozent bei 7041 Zählern.

Insgesamt zeigten sich Händler beeindruckt von der Entwicklung. „Wir haben trotz der enormen Häufung von negativen Nachrichten aus aller Welt einen erstaunlich stabilen Dax“, fasste ein Händler zusammen. Der Leitindex liegt zwar rund fünf Prozent unter dem Jahreshoch, aber etwa neun Prozent über dem Jahrestief. Der Nikkei-Index verlor im ersten Quartal 4,6 Prozent.

Der Euro-Stoxx50 gab am Donnerstag um 0,5 Prozent auf 2921 Zähler nach, legte im Quartal aber um 4,2 Prozent zu. Die US-Börsen notierten zum Handelsschluss in Europa mit leichten Abschlägen. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA fiel zwar höher aus als erwartet, Anleger rechneten aber weiterhin mit guten Daten beim monatlichen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Der Dow Jones hatte bis Börsenschluss in Europa im ersten Quartal 6,7 Prozent gewonnen.

Banken schmücken ihre Fenster

Im Dax setzten einige Investoren Händlern zufolge auf das sogenannte „Window dressing“. Dabei versuchen Banken, durch gezielte Aktienkäufe ihre Quartalsergebnisse im Handelsgeschäft besser aussehen zu lassen. „Wir haben mit relativ viel Elan die Lücken geschlossen, die durch das Erdbeben in Japan am Markt gerissen wurden“, sagte ein Börsianer. „Jetzt lässt die Aufwärtsdynamik zunächst einmal nach.“

Einer der wichtigsten Belastungsfaktoren bleibt die Atomkatastrophe in Japan. Solange keine neuen Hiobsbotschaften aus Japan kämen, dürfte sich der Dax behaupten, sagte ein Händler. „Allerdings spiegeln sich die Ereignisse in Japan bislang nicht adäquat in den Kursen wider“, warnte er.

Zahlen von Hennes & Mauritz enttäuschen

Im Dax waren Münchener Rück und BASF mit Kursgewinnen von 1,4 und 0,9 Prozent die größten Gewinner. „Versicherer wie die Münchener Rück haben nach dem Beben in Japan besonders gelitten – diese Verluste werden jetzt teilweise wieder ausgeglichen“, sagte ein Händler. Auf der Verliererseite fanden sich die die Aktien der Deutschen Börse mit einem Abschlag von 1,6 Prozent wieder. Die Titel haben in diesem Quartal damit 3,4 Prozent zugelegt.

Gerüchte um eine bevorstehende Kapitalerhöhung belasteten in Mailand die Papiere von Unicredit und Intesa Sanpaolo, die um 3,7 und 4,5 Prozent nachgaben. Die überraschende Ankündigung der UBI Banca, eine Milliarde Euro am Markt einsammeln zu wollen, hatte Spekulationen aufkommen lassen, dass andere italienische Geldhäuser dem Beispiel folgen könnten. Zugleich dementierte die UBI Banca einen Medienbericht, wonach mit der Banco Popolare über eine Fusion verhandelt werde. Die Aktien von UBI Banca schlossen 1,6 Prozent im Minus, Banco Popolare stiegen um 0,1 Prozent.

Enttäuscht von den vorgelegten Geschäftszahlen haben einige H&M-Anleger ihre Aktien verkauft. Die Titel gaben um 3,2 Prozent auf 209,60 Schwedische Kronen (23,40 Euro) nach. Der Konzern vermeldete für das erste Quartal wegen höherer Baumwollpreise und Wechselkurs-Belastungen einen Rückgang des Vorsteuergewinns um 30 Prozent auf 3,54 Milliarden Kronen. Die Titel des H&M-Rivalen und Zara-Mutterkonzerns Inditex gaben in Madrid 0,8 Prozent nach. Inditex konnte 2010 vom stärkeren Engagement in den Schwellenländern profitieren.