Nebenkosten

Langer Frost verteuert die Wohnungsmieten

Die Warmmieten verteuern sich von Jahr zu Jahr. Den Mietern drohen auch dieses Jahr wegen des langen Winters kräftige Nachzahlungen.

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Die Wohnungsmieten in Deutschland werden durch die gestiegenen Betriebskosten wieder deutlich teurer. Zahlten Mieter im Abrechnungszeitraum 2009 durchschnittlich 2,19 (2008: 2,16) Euro pro Quadratmeter im Monat für Betriebskosten, so werden es für 2010 aber deutlich mehr werden. Schuld ist der besonders frostige Winter.

Rechnet man alle denkbaren Betriebskostenarten zusammen, kann die „zweite Miete“ für 2009 bis zu 2,94 Euro pro Quadratmeter und Monat betragen. Dies geht aus dem jüngsten Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds hervor. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung mussten demnach 2822,40 Euro für das Abrechnungsjahr 2009 allein an Betriebskosten aufgebracht werden.

In Ostdeutschland werden mit durchschnittlich 2,17 Euro pro Quadratmeter im Monat weniger Betriebskosten für eine Mietwohnung gezahlt als im Westen. Die Betriebskosten liegen um 2,5 Prozent unter dem westdeutschen Durchschnitt von 2,22 Euro. Die deutlichsten Preisunterschiede gibt es bundesweit bei der Grundsteuer und den Kosten der Müllbeseitigung. Fallen alle denkbaren Betriebskostenarten an, kommt man in den westlichen Bundesländern im Durchschnitt auf 3,01 Euro, etwa 16 Prozent mehr als im Osten, wo 2,59 Euro pro Quadratmeter und Monat gezahlt wurden.

Nachdem im Abrechnungsjahr 2008 die Heizkosten noch um 19 Prozent gestiegen waren, fielen sie im Abrechnungsjahr 2009 um durchschnittlich sieben Prozent, die Kosten für Warmwasser sogar um elf Prozent. Trotz geringfügig kälterer Durchschnittstemperaturen war der Energieverbrauch 2009 allerdings auch um zwei Prozent zurückgegangen. Die energetische Modernisierungen vieler Vermieter, aber auch das sparsamere Heizen der Mieter habe sich ausgezahlt, so der Mieterbund.

Hauptursache für die niedrigeren Heizkosten 2009 war aber auch die Entwicklung der Energiepreise. Heizöl war immerhin fast 31 Prozent preiswerter als 2008. Die Gaspreise waren im Durchschnitt um 1,5 Prozent gesunken. Nur die Kosten für Fernwärme waren dagegen um vier Prozent angestiegen. Im Westen, wo Ölheizungen verbreitet sind, profitierten die Verbraucher noch vom Öl-Preisrückgang. Dagegen sind im Osten die Preise überwiegend stabil geblieben. Gas und die dort weit verbreitete Fernwärme waren sogar teurer.

„Die Achterbahnfahrt bei den Heizkosten setzt sich weiter fort“, so der Mieterbund. „Wir müssen für das vergangene Jahr mit einer Steigerung der Heizkosten um durchschnittlich zehn Prozent rechnen“, sagte Mieterbund-Sprecher Ulrich Ropertz „Morgenpost Online“. Die Wintermonate 2010 seien drastisch kälter gewesen als der Winter 2009. So sei der Energieverbrauch 2010 auch um vier Prozent gestiegen. Zum anderen sind 2010 die Ölpreise auch um 22,6 Prozent drastisch gestiegen.

Gas war hingegen 8,6 Prozent und Fernwärme 8,4 Prozent günstiger. Nach Berechnungen der Deutschen Energie-Agentur (Dena) sind in einigen Haushalten die Heizkosten für 2010 je nach eingesetztem Energieträger sogar um bis zu 40 Prozent gestiegen.

Die kalten Betriebskosten wie Grundsteuer, Wasser, Abwasser, Aufzug, Straßenreinigung, Müllabfuhr, Gebäudereinigung, Gartenpflege, Allgemein-Strom, Schornsteinreinigung, Versicherung, Hauswart, Antenne/Kabel oder Sonstiges, waren 2009 teurer geworden. Sie werden auch 2010 steigen, sagt der Mieterbund voraus. Die Kosten für Wasser seien immerhin um 1,6 Prozent, für Abwasser um 2,7 Prozent gestiegen. Strom wurde 3,2 Prozent teurer. Für den Hausmeister, die Gebäudereinigung und andere Dienstleistungen waren 1,6 Prozent mehr zu zahlen. Die Mieter müssen sich für 2010 also auf höhere Nachzahlungen für Betriebskosten einstellen.