Börsen-Bericht

Dax steigt auf den höchsten Stand seit drei Wochen

Die Erholung am deutschen Aktienmarkt hat sich fortgesetzt. Der Dax blieb zum ersten Mal seit dem Japan-Beben über 7000 Punkten.

Erstmals seit dem Erdbeben in Japan hat der Dax wieder die Marke von 7000 Punkten überschritten. Der deutsche Leitindex notierte am Vormittag 1,6 Prozent fester bei 7042 Punkten. So hoch hatte das Börsenbarometer seit dem 10. März nicht mehr notiert, bevor Japan von dem schwersten Beben seiner Geschichte und einem darauffolgenden Tsunami erschüttert worden war. Positive Vorgaben von den Börsen in New York und Tokio sorgten auch am deutschen Aktienmarkt für Kauflaune. „Die Nachrichten aus Japan haben mittlerweile keinen allzu großen Effekt mehr am Markt“, sagte ein Händler.

Die Anleger hätten sich wohl oder übel mit der Situation arrangiert. Das könnte sich aber ändern, sobald die wirtschaftlichen Folgen des Bebens und der Atom-Katastrophe absehbar seien. Einige Branchen bekommen aber offenbar schon jetzt Probleme: So sagte der Finanzvorstand des Autozulieferers Grammer, Alois Ponnath, bei manchen Teilen für die Autoindustrie sei die Lieferkette aus Japan unterbrochen. Das dürfte die Produktion bei einigen Herstellern verzögern. „Ich schätze, in den nächsten zwei, drei, vier Wochen wird es Auswirkungen geben“, sagte der Manager zu Reuters.

Die im SDax gelistete Grammer-Aktie notierte vorbörslich im Minus, stieg dann aber um 2,2 Prozent auf 19,25 Euro. Das Unternehmen hatte 2010 den Sprung in die Gewinnzone geschafft. Wie in den USA blieben auch am deutschen Markt die Umsätze dünn. „Der Markt neigt bei niedrigen Umsätzen meist dazu, höher zu tendieren, wenn keiner weiß, was er machen soll. Sobald die Leute aber nervös werden, geht es bei hohen Umsätzen wieder runter“, sagte ein Börsianer. Am Nachmittag dürften die Anleger ihr Augenmerk auf den Bericht des privaten Datenanbieters ADP zur Entwicklung des US-Arbeitsmarktes im März richten.

Größter Dax-Gewinner war MAN mit einem Plus von 2,9 Prozent auf 87,23 Euro. JP Morgan erhöhte das Kursziel für die Papiere des Lkw-Bauers auf 117 von 110 Euro. Der Ausblick für das Geschäft im Diesel- und Turbo-Bereich verspreche ein gleichbleibendes Niveau 2011 und ein Umsatzwachstum von rund fünf Prozent 2012, erklärten die Analysten. Die Aktien der beiden schwedischen Hersteller Scania und Volvo legten 2,1 und 1,5 Prozent zu, die Titel des Branchenprimus Daimler gewannen 1,7 Prozent. Die in keinem großen Index gelisteten Aktien von Porsche gewannen ex Bezugsrechte ein Prozent auf 49,55 Euro.

Das Unternehmen platzierte mehr als 131 Millionen neue Aktien am Markt. Der Bezugspreis für die neuen Stamm- und Vorzugspapiere liegt bei 38 Euro und damit deutlich unter dem derzeitigen Kursniveau. Die Titel der Autobauer VW und BMW stiegen um 2,4 beziehungsweise 2,2 Prozent. Im MDax notierten die Anteilsscheine von Gagfah zwei Prozent schwächer bei 5,98 Euro. Die offenen Fragen um die Klage der Stadt Dresden gegen den Wohnungskonzern belasteten die Aktie weiterhin, sagte ein Händler.

Nordex-Aktien gehörten nach einer Herunterstufung durch die Commerzbank mit einem Minus von 4,5 Prozent auf 8,54 Euro zu den größten Verlierern im TecDax. Zwar dürften in Deutschland künftig alternative Energien favorisiert werden, doch werde Nordex vermutlich davon nicht so stark profitieren, schrieben die Experten. 2011 werde vermutlich eher eine Enttäuschung für das Unternehmen. Der hohe Kurs könnte zudem eine Belastung sein. Die Commerzbank senkte ihre Anlageempfehlung auf „hold“ von „buy“, erhöhte das Kursziel allerdings um einen Euro auf 8,50 Euro.