Börsen-Bericht

Deutscher Aktienmarkt dreht wieder ins Plus

Der deutsche Aktienmarkt hat den Weg in die Gewinnspur gefunden. Der Dax startete zwar schwach in den Tag, konnte sich am Vormittag jedoch ins Plus vorarbeiten.

Zuletzt stieg der deutsche Leitindex um 0,27 Prozent auf 6799 Punkte. Der MDax schaffte es mit 0,29 Prozent auf 9993 Punkte ins Plus. Auch für den TecDax ging es um 0,32 Prozent nach oben auf 891 Punkte.

Zwischenzeitlich hatte Rauch im japanischen Kraftwerk Fukushima wieder die Kurse belastet. „Das reicht mittlerweile aber nur noch für kurze Aussetzer nach unten, die schnell wieder ausgestanden sind“, sagte ein Börsianer.

Die Aktien von Munich Re lagen trotz einer Gewinnwarnung nur moderat mit 0,45 Prozent im Minus bei 109,50 Euro. Der Rückversicherer schätzt die Belastungen aus der Naturkatastrophe in Japan vor Steuern auf 1,5 Milliarden Euro und hält daher sein bisheriges Gewinnziel in diesem Jahr nicht mehr für erreichbar. Einem Händler zufolge ist die genannte Summe der Schäden zwar hoch, aber immer noch unter den schlimmsten Befürchtungen von Analysten. Zudem sei die Gewinnwarnung ohnehin ein „von allen erwartetes Geheimnis“ gewesen.

Im Blick standen aber auch zahlreiche Unternehmenszahlen aus der zweiten Reihe. Der Autozulieferer Leoni war dank eines Rekordumsatzes im abgelaufenen Jahr in die Gewinnzone zurückgekehrt und blickt zudem optimistisch in die Zukunft. Die Papiere stiegen an der Spitze vom MDax um 3,42 Prozent auf 27,84 Euro.

Ägyptische Börse versucht Neustart

Am ersten Handelstag nach den Unruhen in Ägypten haben die wichtigsten Aktien an der Börse in Kairo auf einen Schlag rund zehn Prozent an Wert verloren. Der Börsenindex EGX-30 fiel innerhalb von nur etwas mehr als einer Minute um 561 Punkte auf 5086 Zähler, weshalb der Handel entsprechend den Regeln der Börse sofort für rund eine halbe Stunde ausgesetzt wurde.

Die Börse war zuvor fast zwei Monate lang geschlossen, nachdem die Aktien zu Beginn der Unruhen am 27. Januar schon einmal zehn Prozent an Wert verloren hatten. Damals hatten Anleger innerhalb von 48 Stunden 70 Milliarden Ägyptische Pfund (8,4 Milliarden Euro) aus Aktien abgezogen. Staatschef Husni Mubarak trat dann am 11. Februar zurück.

Die Wiedereröffnung der Börse war fünf Mal verschoben worden. Wäre sie nun noch weiter verzögert worden, wären ägyptische Unternehmen vom Capital International Index der US-Investmentbank Morgan Stanley ausgeschlossen worden. In diesem Fall hätten internationale Investoren ihre Anteile an den Firmen so schnell wie möglich verkaufen müssen.

Die Investmentbank Hermes geht nun davon aus, dass die Börse in Kairo in den kommenden Wochen um weitere 20 bis 30 Prozent fallen könnte. Danach werde aber voraussichtlich wieder ein langsamer Aufschwung einsetzen – abhängig „von der Geschwindigkeit der politischen Entwicklungen und dem Ausmaß der wirtschaftlichen Erholung“.