Partnerschaft

Vermeiden Sie das Gezerre bei der Trennung

Lieber gut geschieden als schlecht verheiratet: Oft ist das Liebesglück, das ewig währen sollte, schon nach wenigen Jahren vorbei. Dann wird gestritten: um Geld, Haus und Kleinkram. Sind Kinder im Spiel, geht das Gezerre erst richtig los. Einfacher wird die Scheidung, wenn von Anfang an ein Ehevertrag abgeschlossen wird.

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Am Anfang war die Liebe, und sie sollte ewig währen. Das zumindest versprechen sich Eheleute normalerweise auf dem Standesamt oder vor dem Traualtar. In guten wie in schlechten Zeiten – doch schon nach wenigen Jahren sind die Zeiten dann häufig zu schlecht. Die Anzahl der Scheidungen hat in den vergangenen Jahren enorm zugenommen. In den Großstädten endet jede zweite Ehe vor dem Scheidungsrichter, und selbst in ländlichen Gebieten ist die Scheidungsrate inzwischen fast genauso hoch. Wenn der Himmel voller Geigen hängt, rechnet kaum einer der beiden Partner damit, dass die Ehe schief gehen könnte. Das ist nicht immer klug.

Finanzielle Sorgen nach der Trennung

Zwar hat jedes Paar im Laufe der gemeinsamen Zeit die eine oder andere Krise durchgemacht. Kommt es dann aber zum endgültigen Bruch, gesellen sich zu enttäuschten Erwartungen, geplatzten Träumen und verletzten Gefühlen häufig auch noch finanzielle Ängste. Gemeinsame Anschaffungen müssen geteilt, Versicherungen häufig neu abgeschlossen werden. Viele Verträge gelten nämlich nach einer Trennung nur für den Versicherungsnehmer weiter. Der andere Partner ist nicht mehr automatisch mitversichert – das gilt für die meisten Sachversicherungen wie etwa die Privathaftpflicht oder auch eine Rechtsschutzpolice. Wird die gemeinsame Wohnung aufgelöst, muss auch die Hausratsversicherung neu geregelt werden. Und bei der Krankenversicherung fällt der Anspruch auf Familienversicherung weg, falls einer der beiden Partner nicht versicherungspflichtig arbeitet.

Auf einen Anwalt nicht verzichten

Grundsätzlich ist eine Scheidung nicht das gleiche wie eine normale Trennung. Das Verfahren ist kompliziert – ohne Anwalt geht es nicht. „In jedem Fall sollte man sich einen Fachanwalt für Familienrecht suchen“, sagt der Münchener Rechtsanwalt Peter Baumann. Außerdem sollten sich die scheidungswilligen Eheleute nicht vom gleichen Anwalt vertreten lassen. Wichtig ist es, die Fristen für ein Scheidungsverfahren einzuhalten: Geschieden wird nur, wer zuvor mindestens ein Jahr getrennt gelebt hat. Denn die Ehe muss nachweislich gescheitert sein – das bedeutet, dass es keine Lebensgemeinschaft mehr geben darf und mindestens ein Partner das Zusammenleben auch künftig „erkennbar ablehnen“ muss. Ein Nachweis darüber, wer am Scheitern der Ehe die Schuld trägt, ist hierzulande jedoch nicht mehr nötig. Zugleich sei es auch nicht notwendig, dass beide Ehepartner die Scheidung wollten, so Baumann.

Kompliziert wird es meistens, wenn Kinder von der Scheidung der Eltern betroffen sind. Dann wird häufig über Sorgerecht und Unterhalt gestritten. Im Sinne der Kinder sei eine gütliche Einigung hier wichtig, sagt Familienrechtler Baumann. Hier lohne sich etwa der Gang zu einem Mediator. Der professionelle Vermittler versucht, eine für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden.

Ehevertrag erleichtert das Scheidungsverfahren

Einfacher wird die Scheidung, wenn schon bei der Eheschließung ein Ehevertrag abgeschlossen wurde. Nicht alles, was dort vereinbart wird, ist aber auch wirksam. Wird etwa ein Partner deutlich schlechter gestellt als der andere, können Gerichte solche Vereinbarungen kippen. Gerade bei Selbstständigen ist ein Ehevertrag aber besonders wichtig – sonst hat der Ex-Partner einen Anspruch auf das halbe Unternehmen, was häufig nur durch einen Verkauf der Firma finanziert werden kann. Bei Paaren mit unterschiedlichen Staatsangehörigkeiten sollte im Ehevertrag geregelt werden, nach welchem Landesrecht im Fall einer Scheidung verfahren wird.