Credit Suisse

Banker sollen bei Steuerbetrug geholfen haben

Die Großbank Credit Suisse ist in den USA und Deutschland ins Visier von Ermittlern geraten. Es geht um Steuerhinterziehung im großen Stil.

Foto: AP / AP/DAPD

Angestellte einer Schweizer Bank, bei der es sich Kreisen zufolge um Credit Suisse handelt, sind in den USA wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt worden. Der eingereichten Anklageschrift zufolge sollen die vier gegenwärtigen und ehemaligen Mitarbeiter einer großen internationalen Schweizer Bank Amerikaner ermutigt haben, ausländischen Kreditkarten zu benutzen und Geld auf andere Banken im Ausland transferiert zu haben. Die Banker sind auf freiem Fuß und werden von den US-Behörden gesucht.

Zwei mit der Sache vertraute Personen erklärten, dass es sich bei der Bank um die Credit Suisse handle. Ein Credit Suisse-Sprecher sagte, die Bank arbeite mit den Behörden zusammen und erklärte, die Bank „ist nicht ein Ziel der Untersuchung“. Auch in Deutschland gibt es erneut Ermittlungen gegen die Credit Suisse. Vier zusätzliche Mitarbeiter sind wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. „Unsere Ermittlungen haben sich ausgeweitet“, sagte der Düsseldorfer Oberstaatsanwalt Ralf Möllmann. „Vier weitere Mitarbeiter der Credit Suisse sind zu Beschuldigten geworden.“

Die neuen Verdachtsmomente gegen Mitarbeiter des Instituts hätten sich bei den bereits seit einiger Zeit laufenden Ermittlungen ergeben. Die Anklagebehörde hatte die Untersuchungen eingeleitet, nachdem das Land Nordrhein-Westfalen 2010 eine CD mit Daten mutmaßlicher Steuersünder gekauft hatte. Später waren den Ermittlern ihren Angaben zufolge weitere Informationen zugespielt worden. Es hatte auch bereits mehrere Durchsuchungen gegeben.

Am Dienstag seien Beamte zu neuen Razzien in Hamburg, Hannover, Köln, Frankfurt und an „zwei kleineren Orten„ ausgerückt, sagte Möllmann weiter. Ziel der Durchsuchungen seien Privaträume und Büros der vier Mitarbeiter gewesen. Sie stünden unter dem Verdacht, als Repräsentanten für die grenzüberschreitende Kundenbetreuung der Bank Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittele nun gegen insgesamt acht Angestellte der Schweizer Bank, sagte er. Zudem werde die Rolle eine ehemaligen Mitarbeiters weiter untersucht.

Ein Sprecher der Bank sagte lediglich, er könne bestätigen, dass es Durchsuchungen gegeben habe. Zu weiteren Details wollte er sich nicht äußern. Eine Einstellung des Verfahrens gegen Geldzahlungen stehe nicht zur Debatte, unterstrich der Staatsanwalt. „Wir sind mitten in den Ermittlungen“, betonte er.

Mit solchen Zahlungen hatte die Liechtensteiner Fürstenbank LGT ein Ende von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bochum erreicht. Gegen die LGT und Mitarbeiter waren im vergangenen Dezember Bußgeldbescheide und Geldauflagen von rund 50 Millionen Euro erlassen worden. Ausgelöst worden war das Verfahren gegen die LGT dadurch, dass ein Informant dem deutschen Fiskus eine CD mit LGT-Daten verkauft hatte. Hunderte Kunden flogen als Steuersünder auf. Der frühere Deutsche Post-Chef Klaus Zumwinkel war schon im Januar 2009 zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zumwinkel hatte am Fiskus vorbei Millionen in einer von der LGT verwalteten Stiftung angelegt.